Moskauer Eiszirkus

Die peinliche Eisshow des Norbert Schramm

Norbert Schramm – viele kennen ihn als erfolgreichen Eiskunstläufer. Doch in Lahr sorgte er als Moderator des Moskauer Eiszirkus’ für Kopfschütteln im peinlich berührten Publikum.

Vom Vizeweltmeister im Eiskunstlauf zum Moderator des Moskauer Eiszirkus'

Vom Vizeweltmeister im Eiskunstlauf zum Moderator des Moskauer Eiszirkus' (Quelle: Presseanzeiger)

Im weißen Pailetten-Glitzer-Jäckchen schlittert Norbert Schramm auf die Eisbühne. Seine zurückgegelten Haare glänzen im Scheinwerferlicht. Seit seinem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft von 1984 war es für den Eiskunstläufer stark bergab gegangen. Im Januar 2009 hatte er einen peinlichen Auftritt im RTL-Dschungelcamp “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Nun moderiert er zwei Monate lang den Moscow Circus on Ice und darf dafür die Schlittschuhe wieder auspacken.

Die hohe Kunst des Schlittschuhlaufens - mit Plateausohlen übers Eis

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„Holt ihn da raus.“ Das dachten wohl viele aus dem Publikum in Lahr beim Auftritt Schramms. Nachdem er von längst vergangenen Erfolgen erzählt hatte, präsentierte er sein Stück „Tango Franz“. Mit einer Rose im Mund tänzelte er mit ausladenden Armgesten über die Bühne. „Seit mir unterstellt wurde, mit der Königin von Dänemark, Margrethe II, bei den Weltmeisterschaften 1982 in Kopenhagen geflirtet zu haben, wurde ich mit diesem Tanz erfolgreich.“ Doch nur eine Pirouette am Ende seiner Darbietung erinnerte an seine damaligen Erfolge. Das Publikum war eher peinlich berührt. „Ehrlich gesagt hab ich mehr erwartet. Die Nummer von Norbert Schramm war total unnötig,“ bemerkte Zuschauer Albert Weiß in der Pause.

Andere Ausrutscher

Doch Schramm war nicht der einzige Ausrutscher im Programm des Eiszirkus. Unglücklich auch der Auftritt der Plateau-Schlittschuhfahrer und die Jonglierkünstler. Immer wieder fielen Gegenstände auf das Kunsteis. Stolperschritte zogen sich durch das Programm. Für Kopfschütteln sorgten die Zaubereinlagen mit einem Möchtegern-Magier und zwei tanzenden Bunnys. Plastikschwerter im Kopf eines Zauberers? Schon tausendmal gesehen und erinnerte eher an einen Kinderzauberkasten als an David Copperfield.

Die Highlights des Abends

Mit Rädern auf Eis - Die Künstler bekommen eine dreijährige Ausbildung für die Show

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Aber ein paar Highlights zeigten die Künstler aus Moskau dann doch: Etwa der Auftritt von zwölf Eiskunstläufern in leuchtenden Kostümen. Spektakuläre Drehungen und Sprünge, wie es nur echte Profis können. Zuschauerin Gabi Eisenmann war begeistert. „Ich finde die Aufführung toll, besonders die Tanzshow mit den fluoreszierenden Kostümen hat mir sehr gut gefallen.“ Auch die Kinder hatten Spaß an der Vorführung. „Ich find’s super. Die Clowns waren am besten,“ sagte die achtjährige Beate. Für Kinder ja, für den Rest eher nicht: Als der Clown endlich seinen Hut wieder auf dem Kopf hatte, nachdem er ihn zum achten Mal ins Publikum geworfen hatte, folgten weitere wenig beeindruckende Nummern – zu lang, zu unspektakulär und asynchron. Apropos asynchron: Herr Schramm, bitte runter vom Eis und zurück in den Dschungel.


von Eva Hollaender

Ein Kommentar

  1. Christel Pennington

    Great work by Eva Hollaender! Enjoyed reading the article. Too bad that some people don’t realize when the fame is gone and it’s time to retire.
    So proud of you “Effagene”

Der Autor

Eva Hollaender

Ich bin die einzige, die ... Diabetes hat in der Redaktion.

Ich habe früher ... immer selbst erfundene Lieder gesungen und damit meine Eltern in den Wahnsinn getrieben.

Ich möchte in Zukunft ... wieder anfangen Klavier zu spielen.

Ich lache über ... flache Witze: Was macht ein Clown im Büro? - Faxen!

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