Kinofilm Offroad

Koks verkauft sich mäßig

Gute Schauspieler, aber eine zu konstruierte Story. Offroad erstickt seine Lacher in einem wirren Genre-Mix. Aber: Schauspieler Elyas M’Barek enschädigt für filmische Schwächen.

Offroad

Nora Tschirner und Elyas M'Barek kommen sich im Kinofilm Offroad näher (Foto: PR)

In der nordrhein-westfälischen Provinz verläuft das Leben in geregelten Bahnen. Meike Pelzer (Nora Tschirner) arbeitet als Junior-Chefin im elterlichen Gartenbetrieb, die Hochzeit mit Anwaltsfreund Philip (Max von Pufendorf) steht bevor, Haus und Kinder sind in Planung. Geregelt, aber langweilig. Nicht das, was sich Meike für die nächsten 60 Jahre wünscht. Ihr großes Ziel: Einmal in die Sahara fahren, weg von den Einbahnstraßen des Lebens und Freiheit ohne Regeln genießen. Mit einem alten Jeep, den sie bei einer Zollaktion ersteigert, will sie ihrem Traum näherkommen. Was sie nicht ahnt: Im Kofferraum liegen 50 Kilogramm Kokain. Anstatt zur Polizei zu gehen, beschließt Meike einen Schlussstrich unter ihr vorhersehbares Leben zu setzen und sich als Koksdealerin in Berlin zu versuchen. Schon bald muss sie vor drei aufgebrachten Hobby-Gangstern fliehen, die ihre Drogen zurück wollen. Zum Glück hat sie Unterstützung vom charmanten Salim (Elyas M’Barek), der bald mehr will als nur Freundschaft …

Pluspunkt: absurder Witz

Offroad ist der zweite Kinofilm von Regisseur Elmar Fischer (Kinostart: 12. Januar 2012) und birgt durchaus einiges an Lachpotenzial. Wenn man Meike mit ihrem Freund im beigen Partneroutfit durch ihren Heimatort Geilenkirchen radelt und später in Blümchenbluse in der Hauptstadt Koks vertickt, trifft der Witz von Offroad voll ins Schwarze. Nora Tschirner übernimmt die Rolle der naiven Landpomeranze mit der ihr eigenen Natürlichkeit und verleiht ihr die nötige Authentizität. Schade, dass Fischer in seinem Film zu oft in die Klischeekiste greift, um wirklich witzig zu sein. Die Gags sind vorhersehbar, die Story wirkt zu großen Teilen zu konstruiert, um durchgängig unterhaltsam zu sein.

Wirres Konzept

Die als rasant angekündigte Komödie verliert einiges an Tempo, weil sie zwischen Gangster-Komödie, Roadmovie und Liebesgeschichte schwankt. Leider ohne einen der drei Erzählstränge konsequent zu verfolgen. Offroad will alles sein und kann sich dabei nicht für ein Thema entscheiden. So bleibt die Liebesgeschichte von Meike und Salim lauwarm. Zwischen den Hauptdarstellern M’Barek und Tschirner sprühen keine Funken. Tschirners Figur entwickelt sich zu wenig, als dass eine Romanze glaubhaft wäre. Eine Lederjacke macht aus der auf graue Maus gestylten Hauptfigur keinen ebenbürtigen Part zum sexy Womanizer Salim.

Elyas M’Barek entschädigt als Herzensbrecher

Das weibliche Publikum wird bei Elyas M’Bareks Darbietung – samt rauchiger Gesangseinlage – trotzdem auf seine Kosten kommen. Er spielt Meikes Retter in der Not mit einer sympatischen Leichtigkeit, die nicht nur das Herz der Protagonistin zum Schmelzen bringen dürfte.

Gute Filmmusik

Positiv hervorzuheben ist auch die Musik von Komponist Ali N. Askin. Elmar Fischer verzichtet in Offroad auf die sonst für den deutschen Kinofilm schon typische schweigereske Dauer-Untermalung mit bekannten Pop-Songs und gibt stattdessen nordafrikanischen Klängen, als Leitmotiv von Meikes Sahara-Traum, viel Raum.

Fazit: Mäßig unterhaltsam, mit deutlichen Längen. Leider nur ein Film für echte Fans deutscher Komödienromantik.


von Kristin Hübner

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Der Autor

Kristin Hübner

Vor der Ortenau … hätte ich mir nie träumen lassen, dass es mich hierhin verschlägt.
Die Ortenau ist …sehr sonnig.
Mein Lieblingsort hier …ist unter einem Kirschbaum in Fessenbach.

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