Parkour-Sport

“Überwinde Deine Angst”

Über Mauern springen, an Häusern hochklettern und mit einer Hand auf dem Geländer balancieren. Jihane Dehbi wird Offenburg mit Parkour erobern, der Trendsportart aus den französischen Großstädten.

Jihane Dehbi betreibt Parkour seit er 15 ist (Foto: Anja Duffner)



Jihane Dehbi geht gerne die Wände hoch. Am liebsten täglich. Betont lässig steht der 27jährige Strassburger da: enges Shirt, weite Hose. Aus der Gesäßtasche hängt ein türkisfarbenes Tuch. Um ihn und seinen Freund Robin Ohl scharen sich etwa 30 neugierige Kinder und Jugendliche. Sie wollen lernen, wie man so cool wird wie die beiden Franzosen. In der Georg-Monsch-Schule in Offenburg haben sich an diesem Samstag die Neugierigen aus der Ortenau versammelt. Sie wollen den spektakulären Sport selbst ausprobieren, den sie bisher nur aus dem Fernsehen kennen.

Das Training ist eine Art Casting. Es gehört zu den Proben eines Theaterstückes. Das Theaterprojekt BAAL novo e. V. sucht für sein neues Stück „Mauersegler“ fünf junge Parkour-Artisten. Bis zur Premiere im April wird hier jeden Samstag trainiert. Wer am Ende richtig tolle Sprünge zeigt, darf auftreten.

Wie Parkour Jihane Dehbi veränderte


Beim Parkourtraining in Offenburg erzählt Jihane Dehbi, was ihm der Parkour-Sport bedeutet (Audio-Slideshow: Anja Duffner)

Zunächst geht es aber genauso unspektakulär zu wie bei Tischtennis oder Bodenturnen. Aufwärmen ist angesagt: Laufen, Übungen für Muskeln und Gelenke. „Parkour ist zu 60 Prozent Krafttraining“, erklärt Robin. „Um so zu springen, wie Ihr es aus dem Fernsehen kennt, muss man Jahre üben.“ Und viel trainieren. Jihane arbeitet acht Stunden täglich an seinen Sprüngen. Seit 12 Jahren ist Parkour seine Leidenschaft.

Robin Ohl überwacht die Übungen der Jugendlichen (Foto: Anja Duffner)


Jetzt wird es für die Anfänger ernst. Robin übernimmt „tous les petits“, wie er grinsend sagt, und begibt sich mit den Kleineren zu einem der aufgebauten Hindernisse. Jihane nimmt sich der Größeren an. Felix K. ist einer von ihnen. Wie alle schaut der 14jährige etwas eingeschüchtert angesichts der riesig wirkenden Hürden aus. Vor allem als Jihane zeigt, wie es am Ende aussehen kann. Mit schnellen Schritten läuft er auf die Kästen zu. Mit pantherartigen Sätzen bewegt er sich von Kasten zu Kasten. Vom höchsten und letzten stürzt er sich kopfüber mit einer Rolle herunter. Ohne Matte. Ehrfürchtiges Schweigen erfüllt den Raum.

Parkour kennt keine Hindernisse. Sinn dieses Sports ist das schnelle und effiziente Überwinden von Gegenständen der urbanen Welt: Ob Mülleimer oder Litfasssäule, Bauzaun oder ganze Hochhäuser. Die Meister dieses Sports lassen solche Hürden mit spielerischer Leichtigkeit hinter sich.

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Der Autor

Maria Barner

Vor der Ortenau wohnte ich ...
in Verden bei Bremen.
Die Ortenau ist ...
nicht so platt, wie die Region aus der ich komme.
Mein Lieblingsort hier ...
sind die Obstwiesen im Frühling.

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