Lebensmittelskandale

Pochierte Dioxin-Eier auf Nitrat-Salat

Dioxin in Eiern, Ethephon in der Paprika, Radionuklide in Champignons: Nie war es einfacher, sich lecker zu vergiften. Nehmen Sie jeden Schadstoff auf – mit unserem Rezept zum kompletten Chemie-Menü.

Perfekt für's Dinner: Dioxin-Eier (Foto: Flickr/alles-schlumpf)

Perfekt für's Dinner: Dioxin-Eier (Foto: Flickr/alles-schlumpf)


Nie war die Zubereitung eines perfekten Gift-Dinners einfacher als jetzt. Im Supermarkt gibt es derzeit viele belastete Produkte, die zum Kauf und Kochen anregen. Unser Rezeptvorschlag richtet sich diese Woche an alle Lebern, die sich als zentrale Entgiftungsorgane neuen Herausforderungen stellen möchten.

Die Vorspeise sollte Appetit auf die weiteren Gänge machen. Daher empfehlen wir: Pochierte Dioxin-Eier auf Nitrat-Salat. Wählen Sie dabei zwischen Kopf- oder Feldsalat, beide sind gleichhoch mit krebserregenden Pestiziden belastet. Ebenfalls hoch ist derzeit das Angebot an dioxinhaltigen Lebensmitteln. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass dieses Gift in ihrem Einkaufskorb landet, sollten sie Bio-Ware meiden. Sie ist leider noch unbelastet. Da kein Gericht alternativlos ist, können Sie statt Eier auch Geflügelleber servieren.

Als Hauptspeise gibt es ein Super-GAU-Champignon-Omelette an BSE-Rinderkeule. Da auch für diesen Gang Dioxin-Eier verwendet werden, kaufen Sie gleich mehrere, bevor sie auf Grund steigender Nachfrage vom Markt verschwinden. Die Champignons sollten aus tschernobylnahen Gebieten stammen; sie zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Radionukliden aus. Beim Kauf deutscher Pilze sollten Sie darauf achten, dass sie aus Südbayern stammen. Wer möchte, kann das Omelette noch mit Ethephon-Paprika aufpeppen. Dabei handelt es sich um (Rückruf-)Aktionsware, die es nur für kurze Zeit bei Lidl, Netto und Tengelmann zu kaufen gibt und exklusiv aus Spanien importiert wurde. Die Schoten zeichnen sich durch ihre schöne Farbgebung aus – Ergebnis des erfolgreichen Einsatzes von Wachstumsregulatoren.

Doch zurück zum Menü. Ob mit oder ohne Paprika, die Eierspeise wird zum Schluss mit Pestizidhaltigem Curry- und Paprikapulver abgeschmeckt.

Auf die Garmethode kommt es an


Die Rinderkeule wird zunächst scharf angebraten, wodurch Acrylamid entsteht, und dann im Backofen fertig gegart. Achtung: Keulen niemals Kochen! Dabei gehen etwa 80 Prozent des Cäsiums, der Schwermetalle und Nitrate ins Kochwasser über. Der Verlust wichtiger Gifte wäre bei dieser Garmethode sehr hoch.

Wenn Kinder mitessen: Wahnsinnig gut zu Rindfleisch schmecken auch Pommes. Damit Sie einen möglichst hohen Acrylamidwert erzielen, sollten Sie die Kartoffelstäbchen bei hohen Temperaturen (ab 175 Grad) frittieren. Der 2002 entdeckte, krebsauslösende Stoff, der auch beim Rösten entsteht, ist nach wie vor gefährlich und schadet besonders den Kleinen. Tolles Topping für die Fritten: Salmonellen-Mayo.

Zum Nachtisch gibt es aromatisierten Fruchtjoghurt mit Pestizidtrauben. Bei dem Aroma sollten Sie zu künstlichem, nicht natürlichem greifen. Dieser enthält mehr Schadstoffe. Achten Sie beim Kauf auch auf Farb- und Konservierungsstoffe. Kleiner Tipp: Zusatzstoffe sollten stets ganz oben auf ihrem Einkaufszettel stehen. Für welche der 315 Sorten sie sich auch entscheiden, kombinieren sie möglichst viele miteinander! Sie verleihen Speisen generell mehr Geschmack. Besonders beliebt: Mononatriumglutamat, kurz E 621 genannt. Der Geschmacksverstärker kommt vor allem in Fertigprodukten vor. Selber kochen ist heutzutage also kein Muss. Dennoch viel Spaß bei der Zubereitung unseres Menüs und …

Bon Appetit!


von Silvia Micha

3 Kommentare

  1. Julia Heinrich

    Super!

  2. Anja Duffner

    Genial!

  3. Tanja

    Sehr schön – habe herzaft gelacht!

Der Autor

Silvia Micha

Vor der Ortenau wohnte ich ...in Hamburg.

Die Ortenau ist ...eine Landschaft, die sich über eine Länge von 70 Kilometern erstreckt.

Mein Lieblingsort hier ...ist mit dem Fahrrad in 0,nix zu erreichen.

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