Tierheim Lahr

Tierliebe bis zur Erschöpfung

Unterfinanziert, unterbesetzt, übervoll. Die Mitarbeiter das Tierheims Lahr gehen täglich an ihre Grenzen. Trotzdem gibt es inmitten des Stresses immer wieder Lichtblicke.

Tierheim Lahr

Jeden Tag kommen neue Tiere ins Tierheim Lahr. Sie werden gründlich untersucht und manchmal auch unter Quarantäne gesetzt (Quelle: Brennpunkt Ortenau)

Zitternd sitzt die weiß-braune Katze auf dem kalten Metalltisch unter grellen Neon-Röhren. Ihre Besitzerin hat sie gerade abgegeben. Jetzt untersucht sie Tierheimleiterin Patricia Waidele auf Krankheiten. Das Tier ist schon ziemlich alt, hat keinen Schwanz und ist aufgrund einer alten Verletzung inkontinent. „Und Läuse hat sie auch“, sagt Patricia und zeigt auf winzige schwarze Punkte im weißen Fell. Trotzdem hat die Katze Glück. Ihr Frauchen hat sie nur für die Dauer eines Urlaubs abgegeben. Viele andere Tiere sind Dauergäste.

70 hungrige Katzen

Vierzig Katzen sind im Tierheim Lahr untergebracht, dazu kommen dreißig wilde Freigänger. Diese Mäuler wollen gestopft werden. Heute übernimmt das die achtzehnjährige Praktikantin Melanie Hirschberg. Sie ist erst seit zwei Wochen hier, hat sich aber schon als echte Bereicherung erwiesen. „Sie ist superfleißig“, freut sich Patricia Waidele. Ein kleiner Lichtblick, denn in Sachen Personal sieht es gerade düster aus im Tierheim. Die zwei 1-Euro-Jobber sind krank und fallen aus. Die Auszubildende und Manni, die 400-Euro-Kraft, haben frei. Für mehr Arbeitskräfte fehlt das Geld. Spenden sind in der Krise rar. Damit bleiben nur die Leiterinnen Patricia Waidele und Corinna Zahs, beide 28 Jahre alt. Und Melanie, nach der Schule jeden Nachmittag. Sie geht die Reihen der Käfige in dem engen, hellen Gang entlang und füttert die Tiere, die laut miauen. Der intensive Geruch nach Katzenurin liegt in der Luft. Der Schülerin macht es trotzdem Spaß: „Ich habe selbst einen halben Zoo Zuhause.“ Sie kann sich gut vorstellen, Tierpflegerin zu werden. Aber es gibt kaum Ausbildungsstellen für den Beruf.

Die Gassigeher kommen zurück

Tierheim Lahr

Ehrenamtliche Helfer wie Rolf Bauer gehen mit den Hunden viermal die Woche Gassi (Quelle: Brennpunkt Ortenau)

Während Melanie noch mit dem Füttern beschäftigt ist, wird das Bellen der 19 Hunde aus dem zweiten Gebäude des Tierheims plötzlich lauter. Die ehrenamtlichen Gassigeher sind zurück. Rolf Bauer ist einer von ihnen. Der 62-jährige Frührentner hatte nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung gesucht und hat sie im Tierheim gefunden. Doch heute hat ihn die lebhafte, schwarze Hündin Aika sichtlich geschafft. Er schnauft und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Ohne die Gassigeher würden Hunde wie Aika kaum aus ihren Gehegen herauskommen, denn die Angestellten des Heims haben nur wenig Zeit dafür. Aika ist seit April letzten Jahres Dauergast. Die meisten Menschen haben Angst vor großen, schwarzen Hunden, erklärt Patricia Waidele.


Im zweiten Teil erfahren Sie, wer dem Tierheim Lahr überraschend zur Hilfe kommt.

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Ein Kommentar

  1. Gerhard

    -leider traurig und wahr
    -ein kurzes Video hätte das noch anschaulicher gemacht
    -Rolf ist wie immer super getroffen :)

Der Autor

Dominik Drozdowski

Ich bin der einzige, der ... mehr als 1000 Filme gesehen hat.

Ich habe früher ... viel zu viel Fernsehen geschaut.

Ich möchte in Zukunft ...beruflich über Filme schreiben.

Ich lache über ... Absurditäten des Alltags.

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