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	<title>Brennpunkt Ortenau</title>
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	<description>Das schnelle Nachrichtenportal</description>
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		<title>„Störche bevorzugen ein Fertigappartement“</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 13:35:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Koenig</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Schley]]></category>
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		<description><![CDATA[Beobachten, pflegen, ziehen lassen. Storchexperte Kurt Schley und sein Team der „Pegasus-Jugendhilfe“ kümmern sich um die Störche in der Region. Die Vorbereitungen für eine Rückkehr der Zugvögel in ihr badisches Sommerquartier laufen auf Hochtouren.

Über den Dächern von Offenburg. Ausgerüstet mit Pickel und Müllsack, steht Jürgen Vogelbacher von der Jugendhilfeeinrichtung „Pegasus“ auf einer Hebebühne der Offenburger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Beobachten, pflegen, ziehen lassen. Storchexperte Kurt Schley und sein Team der „Pegasus-Jugendhilfe“ kümmern sich um die Störche in der Region. Die Vorbereitungen für eine Rückkehr der Zugvögel in ihr badisches Sommerquartier laufen auf Hochtouren.</h3>
<p><div id="attachment_14643" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-14643" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/%e2%80%9estorche-bevorzugen-ein-fertigappartement%e2%80%9c/attachment/schley-3/"><img class="size-full wp-image-14643   " title="Auf ihn fliegen die Störche: Vogelexperte Kurt Schley (Foto: Andrea König)." src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/schley2.jpg" alt="Kurt Schley (Foto: Andrea König)." width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Auf ihn fliegen die Störche: Vogelexperte Kurt Schley (Foto: Andrea König).</p></div><br />
<span id="more-14639"></span><br />
Über den Dächern von Offenburg. Ausgerüstet mit Pickel und Müllsack, steht Jürgen Vogelbacher von der Jugendhilfeeinrichtung „Pegasus“ auf einer Hebebühne der Offenburger Feuerwehr. Er ist im Auftrag der Störche unterwegs. Seine Mission: Das Nest auf einem Hausdach am Marktplatz muss von einem Bäumchen und altem Unrat befreit werden. „Moos und Erde haben zusammen mit dem Kot der Vögel einen wasserundurchlässigen Klumpen gebildet“, berichtet Vogelbacher, greift zu seinem Pickel und entfernt mit kräftigen Schlägen das alte Polstermaterial. Ansonsten würde sich schnell Regenwasser am Boden stauen und die Storchenbabys könnten bei schlechter Witterung ertrinken.</p>
<h3>Vögel kehren Ende Februar zurück</h3>
<p>Storchenvater Kurt Schley hat die Nestreinigung angeordnet. „Störche bevorzugen ein Fertigappartement“, sagt er mit Blick in die luftigen Höhen, während sein Kollege Vogelbacher wieder sicheren Boden unter den Füßen erlangt. Für die Aktion war es höchste Zeit. Denn eine Anwohnerin hatte bereits letzte Woche einen Vogel gesehen, der das Nest am Offenburger Marktplatz begutachtete. Schley schätzt, dass zehn Brutpaare aus dem Ortenaukreis dieses Jahr nicht in den Süden gezogen sind. „Da es lange keinen Bodenfrost gab, konnten die Vögel auch hier Nahrung finden.“ Mit dem großen Ansturm der Rückkehrer rechnet der Vogelexperte erst Ende Februar. Bis dahin ist noch viel zu erledigen.</p>
<h3>Hilfe bei Nestbau</h3>
<p>Mit dem Geländewagen geht es für Schley und Vogelbacher auf nach Schutterwald, wo sie bereits von André erwartet werden. In dem Offenburger Stadtteil ist die Jugendhilfeeinrichtung Haus „Pegasus“ angesiedelt, die das von Kurt Schley 1996 initiierte Storchenprojekt betreut. Jugendliche aus sozialen Brennpunktfamilien bekommen hier Unterricht in Kleingruppen und müssen verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel bauen, pflegen und unterhalten sie die Storchennester in der Ortenau. An diesem Tag soll auf dem Vorplatz der Lagerhalle eine neue Nisthilfe fertiggestellt werden. Hierfür beginnt der 13-jährige André gemeinsam mit den Pädagogen einen sogenannten „Storchenkranz“ aus Weidenruten und Zweigen rund um den wasserdurchlässigen Holzboden des Nests zu flechten. Dann verkleidet das Trio die Holzfläche mit Stroh und Heu, den Rest besorgen die Störche selbst. Der fertige Nistplatz soll auf einem zwölf Meter hohen Storchenmast in Elgersweier errichtet werden. „Letztes Jahr nistete dort ein Vogelpärchen auf einem Strommast. Nur leider ist das Nest immer wieder runtergefallen“, erzählt Jürgen Vogelbacher. Jetzt hoffen die Experten, dass die Störche wiederkommen und die neue Nistgelegenheit annehmen.</p>
<h3>Viele Störche sterben den Stromtod</h3>
<p>Eine Rückkehr ist nicht selbstverständlich. Die Zugvögel legen bei ihrem Rückflug aus dem Süden bis zu 10.000 Kilometer zurück und sind durchschnittlich drei Monate unterwegs. Die Störche aus der Region haben ihr Winterquartier in Westafrika. Von dort aus erreichen jedes Jahr nur 30 bis 40 Prozent ihre Brutplätze in der Heimat. Ungesicherte Strommasten in Frankreich und Spanien sind die Hauptursache. In der Ortenau sind nach Angaben des Elektrizitätswerks Mittelbaden bereits seit 2002 alle Masten mit Vogelschutz ausgerüstet. Die Kosten hierfür belaufen sich je nach Bauart des Masts zwischen 300 und 800 Euro.</p>
<p>Kurt Schley zieht sich für eine kurze Kaffeepause in sein Büro zurück. „Das Bewusstsein für die Störche hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt“, sagt er. „Als kleiner Junge musste ich noch hautnah miterleben, wie einer der wenigen Störche in der Region den Stromtod starb. Mein ehemaliger Naturkundelehrer brachte den präparierten Vogel mit in den Unterricht und sagte, dass es bald keine Störche mehr geben werde.“ Der Grund: ungesicherte Hochspannungsleitungen, eine stark ansteigende Umweltverschmutzung und der Abbau von Ackerflächen. Für Schley schockierend &#8211; und der Auslöser, sich für die bedrohte Tierart einzusetzen. Gab es in den 70er Jahren zwei Paare in der Region, betreuen der Storchenvater und sein Team heute 50 Nester.</p>
<h3>Majestätischer Landeanflug</h3>
<p>Bevor es dunkel wird, schwingt sich Schley erneut in seinen Wagen und fährt zu dem Storchennest an der nahe gelegenen Pferdekoppel. Während der Fahrt erzählt er, dass das dort ansässige Pärchen das ganze Jahr über in der Ortenau bleibe. „Es gehört zu einer in den 70er Jahren in Volieren nachgezüchteten Gruppe, die später ausgewildert wurde. Einmal an Menschen gewöhnt, haben die Tiere ihren Zugtrieb verloren und sind während einer anhaltenden Frostperiode auf unsere Fürsorge angewiesen.“ Aus diesem Grund hat der Storchenvater zerkleinerte Fleischreste, Überbleibsel von Wildunfällen, in seinem Kofferraum dabei. Als er an der Koppel ankommt, verteilt er die Stücke mit geübten Handgriffen auf der Wiese und kehrt zurück zum Auto. Und schon sind sie da. Meister Adebar und seine Gefährtin drehen zunächst einige Runden über dem Landeplatz. Mit kräftigem Gegenschlag der Flügel bremsen sie plötzlich die Geschwindigkeit herunter und strecken gleichzeitig die Beine zur Landung nach vorn.</p>
<h3>Dramatische Rettung von Jungvogel</h3>
<p><div class="wpbo_group"><div class="wpbo_postlinks wpbo_box_www"><h2>Mehr im Internet</h2><ul><li>
              <a href="http://www.sos-weiss-storch-ortenau.de/" target="_blank" title="Weißstorch-Ortenau" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.sos-weiss-storch-ortenau.de/?referer=');">Weißstorch-Ortenau</a>:
               Aktuelle Infos und Projekte rund um die Störche in der Region
            </li></ul><div class="clear"></div></div></div>Für heute ist Kurt Schleys Arbeitstag zu Ende. Auf der Rückfahrt beschäftigen ihn bereits seine nächsten Aufgaben. „Wenn die Altvögel aus dem Süden kommen, lesen wir als erstes ihre Ringe ab, um zu überprüfen, wer zurückgekehrt ist. Während der Brutzeit behalten wir jedes Nest im Auge und beobachten wie viele Eier die Paare legen. Sind die Kleinen geschlüpft, registrieren und beringen wir sie, um ihren Lebensweg verfolgen zu können. Hoffentlich passiert aber nicht wieder ein Unglück.“ So wie im letzten Jahr, als ein fremder Storch die Babys des Marktplatz-Paares attackierte. „Der Eindringling warf die Jungvögel aus dem Nest. Einen konnten wir schwer verletzt aus der Dachrinne bergen“, erinnert sich Schley. Ihn brachten die Vogelliebhaber in die Aufzuchtstation nach Reute bei Freiburg. Hier wurde er aufgepäppelt, sodass er zusammen mit seinen Gefährten die Reise in den Süden antreten konnte. Im September – dem Monat, in dem Schley und Vogelbacher jedes Jahr aufs Neue von ihren Schützlingen Abschied nehmen müssen.</p>
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<div class="ngg-galleryoverview" id="ngg-gallery-37-14639">


	
	<!-- Thumbnails -->
		
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		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/dsc_1242.jpg" title="Ein Storchenpfleger muss schwindelfrei sein. Mit Hilfe der Offenburger Feuerwehr gehts hoch hinaus." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_dsc_1242.jpg" width="100" height="75" />
							</a>
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1812.jpg" title="Jürgen Vogelbacher entfernt alten Unrat aus der Nistgelegenheit. Folien und Plastikschnüre haben hier nichts zu suchen." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1812.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/dsc_1267.jpg" title="Das Domizil ist bereitet und wartet auf seinen Sommergast." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_dsc_1267.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1820.jpg" title="Kurt Schley, André und Jürgen Vogelbacher bieten den baufaulen Störchen Starthilfe beim Nestbau." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1820.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1830.jpg" title="Diese Ringe werden an den Beinen der Jungstörche befestigt. In einem geraden Jahr am rechten und in einem ungeraden Jahr am linken Bein." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1830.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1837.jpg" title="Unverdaute Speisereste wie zum Beispiel Knochen werden bereits im Magen der Störche zu Gewöll geformt und nach etwa 36 bis 45 Stunden als diese Speiseballen ausgewürgt." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1837.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1847.jpg" title="Ein Storchenmast sollte zwölf Meter hoch sein. Leider sind seine Bewohner gerade ausgeflogen." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1847.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/cimg1810.jpg" title="Ein Storchennest in Gengenbach. Hier sind Störche nicht nur ein Indikator für eine intakte Natur, sondern auch ein begehrtes Fotomotiv für Touristen." class="shutterset_set_37"  rel="lightbox[14639]">
								<img title="Rund um den Storch" alt="Rund um den Storch" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/storche-iii/thumbs/thumbs_cimg1810.jpg" width="100" height="75" />
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		<title>Vorlesen öffnet Türen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 17:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Koenig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Umfrageergebnisse und Forschermeinungen stimmen überein: Das Vorlesen von Geschichten fördert die Entwicklung von Kleinkindern. Die „Lesewelt Ortenau“ versucht Kinder aus der Region für das Lesen zu begeistern.

„Am Nordpol gibt es nur Eis und Schnee. Lars, dem kleinen Eisbären, gefiel das. Er liebte es, im Schnee herumzutollen, auf Eisberge zu klettern und wieder herunterzurutschen.“ Auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Umfrageergebnisse und Forschermeinungen stimmen überein: Das Vorlesen von Geschichten fördert die Entwicklung von Kleinkindern. Die „Lesewelt Ortenau“ versucht Kinder aus der Region für das Lesen zu begeistern.</h3>
<div id="attachment_13949" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-13949" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/vorlesen-offnet-turen/attachment/lesen/"><img class="size-full wp-image-13949" title="Jan, Eva, Talea (verdeckt) und Lina wollen unbedingt Bilder sehen. Liebevoll erklärt Vorleserin Nadine Hoffmann ihnen die Zeichnungen (Foto: Andrea König)." src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Lesen.jpg" alt="Jan, Eva, Talea (verdeckt) und Lina wollen unbedingt Bilder sehen. Liebevoll erklärt Vorleserin Nadine Hoffmann ihnen die Zeichnungen (Foto: Andrea König)." width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Jan, Eva, Talea (verdeckt) und Lina wollen unbedingt Bilder sehen. Liebevoll erklärt Vorleserin Nadine Hoffmann ihnen die Zeichnungen (Foto: Andrea König).</p></div>
<p><span id="more-13947"></span></p>
<p>„Am Nordpol gibt es nur Eis und Schnee. Lars, dem kleinen Eisbären, gefiel das. Er liebte es, im Schnee herumzutollen, auf Eisberge zu klettern und wieder herunterzurutschen.“ Auf den Knien der jungen Vorleserin liegt der Kinderbuchklassiker von Hans de Beer aufgeschlagen, während ihre Stimme die Leseecke der Mediathek in Oberkirch erfüllt. An ihren Lippen hängen acht neugierige Kinderaugen. Jan (5), Eva (3), Talea (6) und Lina (6) haben es sich auf den Stühlchen bequem gemacht und warten gespannt darauf, welches Abenteuer der kleine Eisbär wohl erleben wird.</p>
<h3>Vorteile für die Kindesentwicklung</h3>
<p>Einmal im Monat liest die 33-jährige Nadine Hoffmann Kindern Geschichten vor. „In Zeiten von PC und Internet wird das Lesen häufig verdrängt, deswegen bin ich hier.“ Die Wirtschaftsjuristin engagiert sich als Ehrenamtliche für die „Lesewelt Ortenau“, einen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Offenburg, der es sich mit vielfältigen Aktionen zum Ziel gesetzt hat, bei Kindern die Freude am Lesen zu wecken. Wie wichtig dabei gerade das Vorlesen im frühen Kindesalter ist, zeigt eine im November 2011 veröffentlichte Studie der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn und der ZEIT. Ihr Fazit: Je mehr einem Kind vorgelesen wird, desto besser entwickelt es sich.</p>
<p>Hierfür wurden 500 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren nach ihren Vorlese-Erfahrungen befragt. „Die Studie zeigt überraschend eindeutig, in wie vielen Bereichen sich Kinder, denen vorgelesen wird, anders entwickeln als Kinder, denen nicht vorgelesen wird – nämlich nicht nur in ihrem Leseverhalten, sondern auch in ihrer sozialen Kompetenz, ihrem Schulerfolg und ihrer aktiven Freizeitgestaltung“, fasst Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, zusammen.</p>
<h3>42 Prozent der Eltern lesen nicht vor</h3>
<p>Ehmig betont, dass Vorlesen Teil einer ganzheitlichen Erziehung ist, die den Horizont erweitert und die Freude an Freizeitaktivitäten wie Sport steigert. Darüber hinaus erzielten Vorlese-Kinder bis zu 0,4 Notenpunkte bessere Schulergebnisse als die Kinder aus der Vergleichsgruppe. Überraschenderweise gilt dies nicht nur für das Fach Deutsch, sondern auch für Mathe, Musik und Sport. Die Studie zeigt des Weiteren: Vorlesen ist langfristig bedeutsam: 54 Prozent der Kinder und Jugendlichen, denen vorgelesen wurde, greifen später selbst gerne zum Buch. Die Leiterin der Leseforschung und -förderung der Stiftung Lesen bedauert allerdings, dass das beste Vorlesealter (bis zehn Jahre) oft ungenutzt bleibt. „Bei 42 Prozent der Familien in Deutschland gehört Vorlesen nicht zum Alltag.“</p>
<h3>Gefühl persönlicher Zuwendung</h3>
<p>Dieses Defizit ist der entscheidende Grund, warum Carmen Stürzel im Jahr 2005 die „Lesewelt Ortenau“ ins Leben gerufen hat. Die Offenburgerin hat die Erfahrung gemacht, dass vielen Alleinerziehenden häufig die Zeit für Vorlesestunden fehle. Auch gebe es in der Region viele Eltern aus einem nichtdeutschen Kulturraum, die die Landessprache nicht gut beherrschten, sowie einige Erwachsene, die überhaupt nicht lesen könnten. Zusammen mit ihren 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern, zumeist Frauen, geht sie deshalb regelmäßig in Schulen, Kindergärten, Familienzentren und ins Asylbewerberheim und packt dort ihre Bücherstapel aus. „Mit den Geschichten regen wir die Phantasie der Kinder an und fördern ihre Vorstellungskraft. Gleichzeitig unterstützen wir das Lernen von Geduld, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit.“ Besonderes Plus: Die Kleinen erfahren während der gemeinsamen Vorlesezeit viel persönliche Zuwendung und Nähe.</p>
<p>Unter anderem von Nadine Hoffmann. Sie schenkt ihrer wechselnden Zuhörerschar eine große Portion Aufmerksamkeit &#8211; mit dem Ziel, den Jungen und Mädchen mit Büchern schöne Erlebnisse zu vermitteln. Im Gegenzug wird ihr ganz viel Zuneigung zurückgegeben. Vor kurzem gab sie auf einem Lesefest Drachen- und Rittergeschichten zum Besten. „Gespannt lauschten die Kinder den Märchen. Irgendwann hingen sie an meinen Armen und Beinen und wollten mich gar nicht mehr loslassen. Von Berührungsängsten keine Spur.“</p>
<h3>Vorlesen reicht nicht</h3>
<p>Wie bedeutend eine lebendige Vorlesekultur für die Kindesentwicklung ist, unterstreichen Erkenntnisse aus der Hirnforschung. „Regelmäßiges Vorlesen, verbunden mit der dazugehörigen Interaktion, ist entscheidend für den Spracherwerb und fördert das kommunikative Verhalten“, sagt Markus Kiefer, Leiter der Sektion für Kognitive Elektrophysiologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Ulm. Allerdings betont der Wissenschaftler, dass für das Erlernen der Sprache nicht nur das Lesen wichtig ist. „Das Wort an sich ist eine leere Hülse. Für den Bedeutungserwerb sind konkrete Sinneserfahrungen nötig.“ Denn nur das, was der Mensch auch sieht, hört, fühlt, riecht und schmeckt, hinterlässt dauerhafte Spuren im Gedächtnis. Er empfiehlt deshalb, nicht nur ein Bilderbuch über einen Bauernhof zu lesen, sondern auch einen zu besuchen: „Erst wenn Kinder mit ihren Sinnen erleben, wie Kühe gemolken werden, können sie gewisse Zusammenhänge verstehen.“</p>
<p><div class="wpbo_group"><div class="wpbo_postlinks wpbo_box_www"><h2>Mehr im Internet</h2><ul><li>
              <a href="http://lesewelt-ortenau.org/" target="_blank" title="Lesewelt Ortenau" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/lesewelt-ortenau.org/?referer=');">Lesewelt Ortenau</a>:
               Aktuelle Veranstaltungen und alle Angebote des Vereins
            </li><li>
              <a href="http://www.stiftunglesen.de/" target="_blank" title="Stiftung Lesen" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.stiftunglesen.de/?referer=');">Stiftung Lesen</a>:
               Vorlese-Studie 2011
            </li></ul><div class="clear"></div></div></div> In unserem Fall ist eine Reise zum Nordpol wahrscheinlich schwer zu bewerkstelligen. Wie wäre es aber mit einem Zoobesuch im Frühjahr? Zwar werden Jan, Eva, Talea und Lina den kleinen Eisbären auch da nicht antreffen. Seine braunen Verwandten freuen sich aber ganz sicher über einen Besuch.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Hoffentlich ist es niemand, den ich kenne&#8221;</title>
		<link>http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/</link>
		<comments>http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 17:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Seide</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwache]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Offenburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Katzen, die von Bäumen und Menschen, die aus brennenden Häusern gerettet werden &#8211; der Beruf eines Feuerwehrmannes hat viele Facetten. Doch nicht immer bekommen die Retter die Anerkennung für ihre Arbeit.

Eben noch hat Martin Hertwig fest geschlafen. Dann ging der Alarm seines Pieperes los – ein lautes Geräusch, das in den Ohren weh tut. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Katzen, die von Bäumen und Menschen, die aus brennenden Häusern gerettet werden &#8211; der Beruf eines Feuerwehrmannes hat viele Facetten. Doch nicht immer bekommen die Retter die Anerkennung für ihre Arbeit.</h3>
<div id="attachment_14398" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-14398" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/attachment/korrekt/"><img class="size-full wp-image-14398" title="Martin Hertwig trägt seit 1994 die blaue Feuerwehrkluft. (Foto: Michaela Seide)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/korrekt.jpg" alt="Martin Hertwig trägt seit 1994 die blaue Feuerwehrkluft. (Foto: Michaela Seide)" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Hertwig trägt seit 1994 die blaue Feuerwehrkluft. (Foto: Michaela Seide)</p></div><br />
<span id="more-14211"></span><br />
Eben noch hat Martin Hertwig fest geschlafen. Dann ging der Alarm seines Pieperes los – ein lautes Geräusch, das in den Ohren weh tut. Der Hauptbrandmeister ist jetzt hellwach, sein Körper voller Adrenalin. Es ist immer dieser eine Gedanke, der ihm durch den Kopf schießt: „Hoffentlich ist es niemand, den ich kenne.“ Er versucht diesen Gedanken zu verdrängen, er muss jetzt funktionieren und vor allen Dingen muss er schnell sein. In der Feuerwehrwache West in Offenburg brennen alle Lichter, obwohl es mitten in der Nacht ist. Die Leuchten gehen bei einem Alarm automatisch an. Aus der Umkleide dringt das Poltern von hastigen Schritten – Füße, die in schweren Schuhen mit Stahlkappen stecken – begleitet vom Geräusch schnell zugezogener Reißverschlüsse. Es wird kaum geredet, jeder der Männer und Frauen weiß genau, welche Aufgabe er oder sie jetzt hat.</p>
<p>Die Flammen schießen meterweit aus den Fenstern des Hauses. Martin Hertwig ist gerade angekommen. Er versucht sich einen Überblick zu verschaffen, auch wenn der dicke schwarze Rauch die Sicht versperrt. Er trägt wie die anderen Feuerwehrleute eine Atemschutzmaske – „Das ist unsere Lebensversicherung.“ Eine schwere Lebensversicherung, denn die komplette Montur für einen Einsatz wiegt rund 40 Kilogramm. Die wichtigste Frage: Sind noch Menschen in dem Gebäude?</p>
<h2>Manchmal erstattet jemand Strafanzeige</h2>
<p><div id="attachment_14381" class="wp-caption alignright" style="width: 230px"><a rel="attachment wp-att-14381" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/attachment/ruckenansicht/"><img class=" wp-image-14381" title="Martin Hertwig hat B-Dienst, deswegen die grüne Farbe. Bei einem Einsatz muss er koordinieren und erkennbar sein. (Foto: Michaela Seide)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Rückenansicht.jpg" alt="Martin Hertwig hat B-Dienst, deswegen die grüne Farbe. Bei einem Einsatz muss er koordinieren und erkennbar sein. (Foto: Michaela Seide)" width="220" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Hertwig hat B-Dienst, deswegen die grüne Farbe. Bei einem Einsatz muss er koordinieren und erkennbar sein. (Foto: Michaela Seide)</p></div>
<p>Nach diesem Einsatz ist Martin Hertwig geschafft, aber erleichtert. Fünf Menschen konnte die Feuerwehr retten. In der Zeitung steht das aber nur in einem Halbsatz. Die große Schlagzeile ist: „Defekte Drehleitern verzögern Löscharbeiten“. „Manchmal macht mich das schon sauer“, sagt Martin Hertwig, „wir reißen uns auf gut deutsch den Arsch auf, und dann wird immer nur von den negativen Sachen berichtet.“ Der 39-Jährige findet sich nur schwer damit ab, dass es nach so einem Einsatz nicht immer nur Anerkennung für die Feuerwehr gibt: „Oft kriegen wir zu hören, dass die Feuerwehr immer zu spät kommt.“ Es kommt vor, dass ein Brandopfer Strafanzeige gegen die Feuerwehr stellt. Weil sie nicht schnell genug da war, weil sie den Brand nicht schnell genug unter Kontrolle bringen konnte, weil sie nicht alle Menschen aus dem Haus retten konnte. In solchen Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Berthold Maier ist Kommandant der Wache West. Er ist verantwortlich. Wenn sich so ein Verdacht bestätigen würde, könnte er ins Gefängnis wandern. Martin Hertwig ist fast 18 Jahre bei der Feuerwehr und hat noch nie gehört, dass es so einen Fall je gegeben hätte.</p>
<p>Für die Offenburger ist die Feuerwehr eine Selbstverständlichkeit. „Ich glaube die meisten gehen davon aus, dass wir eine Berufsfeuerwehr sind“, sagt Martin Hertwig. Erst ab 120.000 Einwohnern muss eine Stadt eine Berufsfeuerwehr haben – Offenburg hat nur halb so viele. Zu den 300 Freiwilligen kommen nur etwa acht hauptamtliche Mitarbeiter, die bei der Stadt angestellt sind. Martin Hertwig ist einer von ihnen. Seit 14 Jahren ist er hauptberuflich Feuerwehrmann. 1994 fing er bei der Freiwilligen Feuerwehr an. Auf die Frage, ob er sich als Held fühlt, antwortet er nur: „Nö.“ Wenn er von seinen Einsätzen erzählt, hat der 1,80 Meter große Mann seinen Gesprächspartner fest im Blick. Die blauen Augen sind auf sein Gegenüber gerichtet. Seine Brille mit dem feingliedrigen Gestell ist unauffällig, ein wenig wie der, der sie trägt. Martin Hertwig spricht ruhig und nüchtern, er schmückt seine Erzählungen nicht aus oder unterstreicht sie mit wilden Gesten. „Der Beruf Feuerwehrmann ist ein Kindheitstraum von mir. Schon mein Vater war bei der Freiwilligen Feuerwehr.“ Der Teenager Martin Hertwig durfte damals helfen, die Schläuche auszurollen, bei Übungen spielte er einen Verletzten und bei Einsätzen stand er hinter der Absperrung und beobachtete ganz genau, was sein Vater und seine Kollegen leisteten. „Das will ich auch mal machen“, dachte er damals und konnte es kaum erwarten, bis er endlich 18 war. „Ich glaube, man muss für diesen Beruf schon einen kleinen Spleen haben.“</p>
<h2>Teures Spielzeug, das Leben retten soll</h2>
<div id="attachment_14284" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a rel="attachment wp-att-14284" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/attachment/bild-hertwig/"><img class="wp-image-14284" title="Martin Hertwig testet bei einer Übung mit den Kollgen den Überdrucklüfter. (Foto: Michaela Seide)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Bild-Hertwig.jpg" alt="Martin Hertwig testet bei einer Übung mit den Kollgen den Überdrucklüfter. (Foto: Michaela Seide)" width="220" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Hertwig testet bei einer Übung mit den Kollgen den Überdrucklüfter. (Foto: Michaela Seide)</p></div>
<p>Martin Hertwig blinzelt in die Sonne. Auf seiner Stirn, die bis zur Hälfte von dem runden Einsatzhelm verdeckt wird, bilden sich Falten. „Dann testen wir doch jetzt den Überdrucklüfter“, ruft er seinen Kollegen zu. Alle hauptamtlichen Mitarbeiter müssen zweimal pro Woche eine Übung machen. Ein kleine Traube von sieben Leuten hat sich um den Löschwagen versammelt. Alle tragen die schwere blaue Feuerwehrkluft. Die Rollos an den Seiten sind hoch gelassen und geben den Blick auf Dutzende Gerätschaften frei. Alles ist beschriftet. So auch ein überdimensionaler Ventilator, den die Männer jetzt aus dem Wagen wuchten. Sarah Borho, die einzige Frau in der Gruppe, lässt den Motor an. Das Gerät heult auf. Der ganze Boden scheint zu vibrieren. Sarah Borho schreit ihren Kollegen etwas zu. Die schauen fragend zurück, offenbar haben sie kein Wort verstanden. Die 21-Jährige, die zur Zeit ihr freiwilliges soziales Jahr bei der Offenburger Feuerwehr ableistet, brüllt nun direkt in das Ohr ihres Kollegen. Der nickt zustimmend.</p>
<p>„Solche Übungen für den Ernstfall sind unglaublich wichtig. Wenn ein Gerät nicht funktioniert, dann ist es besser, wenn wir es hier merken und nicht im Ernstfall,“ erzählt Martin Hertwig jetzt wieder in normaler Lautstärke – Sarah Borho hat den Überdrucklüfter mittlerweile ausgeschaltet. „Leider sind viele Menschen der Meinung, dass das hier alles nur teures Spielzeug ist, aber dieses Spielzeug soll Leben retten.“</p>
<p>Er öffnet die Passagiertür des Löschwagens. Unter einer Sitzbank klebt ein neongelber Plastikstreifen mit der Beschriftung „4 x Leichentuch schwarz“. Martin Hertwig hat bei jedem Einsatz Angst. „Ein bisschen davon ist immer dabei und das ist auch gut. Wenn das, was ich tue, zur Routine wird, dann passieren schnell Fehler – und die dürfen einfach nicht passieren.“ Bei jedem Unfall hofft er, dass es niemand ist, den er kennt.</p>
<h2>&#8220;Hoffentlich ist es niemand, den ich kenne&#8221;</h2>
<div id="attachment_14368" class="wp-caption alignright" style="width: 230px"><a rel="attachment wp-att-14368" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/hoffentlich-ist-es-niemand-den-ich-kenne/attachment/closeup-licht-2/"><img class=" wp-image-14368" title="Die Übungen sind für Martin Hertwig ein wichtiger Teil des Jobs. (Foto: Michaela Seide)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Closeup-Licht.jpg" alt="Die Übungen sind für Martin Hertwig ein wichtiger Teil des Jobs. (Foto: Michaela Seide)" width="220" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Die Übungen sind für Martin Hertwig ein wichtiger Teil des Jobs. (Foto: Michaela Seide)</p></div>
<p>„Als ich bei der Feuerwehr angefangen habe, bin ich bei einem Alarm direkt aufgesprungen und habe alles stehen und liegen lassen, sogar meine Freundin.“ Martin Hertwig sitzt in der kleinen Werkstatt der Wache vor einem Computer. Der Bildschirm zeigt ein Foto von zwei Kindern. Die hellblonden Haare schauen unter dem Feuerwehrhelm hervor, den sie über ihre Köpfe gezogen haben. Ihre Füße stecken in überdimensionalen Schuhen, die fast das ganze Bein verdecken. „Eine Familie ändert alles,“ sagt der Hauptbrandmeister. Er nimmt den Blick nicht vom Monitor. Sein Sohn ist acht Jahre alt, seine Tochter ist fünf. „Die wollen mich ja auch wieder haben, wenn ich zu einem Einsatz fahre. Es ist immer eine Gradwanderung.“</p>
<p>Im vergangen Jahr wurde Martin Hertwig zu einem speziellen Einsatz gerufen – ein Personenbrand. Die Bilder von der verbrannten Leiche, hat er noch immer im Kopf. Ein ausgestreckter Körper, die Arme und Beine sind nur noch ansatzweise zu erkennen, die Haut ist nur noch eine rosa farbene Masse. Da es ein Selbstmord war, durfte er erst löschen als die Polizei ihr „okay“ gegeben hatte. „Solche Bilder verschwinden nie ganz aus meinem Kopf, aber ich verstecke sie ganz tief in meinem Hinterkopf, damit ich nicht ständig daran denke.“ Martin Hertwig will helfen, auch wenn er nur eine Katze vom Baum holt oder einen Schwan aus der zugefrorenen Kinzig rettet. Das ist das, was ihn vorantreibt, auch wenn er nicht immer Anerkennung dafür bekommt.</p>
<h2>Hier können Sie einen Blick in die Feuerwache West werfen:</h2>

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	<!-- Thumbnails -->
		
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-sieben.jpg" title="Für manche ein teures Spielzeug, für andere ein Lebensretter - der Löschwagen. Die hauptamtlichen Mitarbeiter bei einer Ünung." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Übung am Löschwagen" alt="Übung am Löschwagen" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-sieben.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-sechs.jpg" title="Bei einem Einsatz muss alles sehr schnell gehen. Vom Helm bis zu den Schuhen hat alles seinen festen Platz." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Die Umkleide" alt="Die Umkleide" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-sechs.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-funf.jpg" title="Die charakteristischen Farben der Feuerwehr. " class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Feuerwehrwagen" alt="Feuerwehrwagen" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-funf.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-eins.jpg" title="Der Hauptbrandmeister im Gespäch mit einem Kollegen." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Martin Hertwig" alt="Martin Hertwig" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-eins.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-drei.jpg" title="Sie rettet Menschenleben - die Drehleiter der Feuerwehr. Doch nicht immer ist auf die Technik Verlass." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Drehleiter" alt="Drehleiter" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-drei.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-acht.jpg" title="Bei einem Einsatz muss die Feuerwehr auch bei dichtem Rauch erkennbar sein. Sarah Borho ist die einzige Frau bei der Übung." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Leuchtendes Orange" alt="Leuchtendes Orange" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-acht.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/galerie-zwei.jpg" title="Nicht immer kann die Feuerwehr die Menschen lebend aus den Flammen bergen." class="shutterset_set_38"  rel="lightbox[14211]">
								<img title="Wichtiger Hinweis" alt="Wichtiger Hinweis" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/feuerwehrwache-west-offenburg/thumbs/thumbs_galerie-zwei.jpg" width="100" height="75" />
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		<title>Nachts um 3 Uhr Brötchen verteilen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 13:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Büchele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Jungunternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Ortenau]]></category>
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		<category><![CDATA[Traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Menschen. Drei Träume. Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler sind unter 30, aus der Ortenau und selbständig. Als ihr eigener Chef müssen sie hart arbeiten, um ihren Traum zu erfüllen.

„Ciao Kathi. Bis nächste Woche“, ruft eine junge Frau in breiten lila Hosen, während sie das Tanzstudio verlässt. Die letzte Schülerin für heute. Inzwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Drei Menschen. Drei Träume. Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler sind unter 30, aus der Ortenau und selbständig. Als ihr eigener Chef müssen sie hart arbeiten, um ihren Traum zu erfüllen.</h3>
<div id="attachment_14495" class="wp-caption alignnone" style="width: 508px"><img class="size-full wp-image-14495" title="Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler (v.l.) haben ihr eigenes Unternehmen (Foto: Laura Büchele)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Aufmacher2.jpg" alt="Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler (v.l.) haben ihr eigenes Unternehmen (Foto: Laura Büchele)" width="498" height="400" /><p class="wp-caption-text">Jünger als 30 Jahre: Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler (v.l.) haben eigene Unternehmen in der Ortenau (Fotos: Laura Büchele)</p></div>
<p><span id="more-14403"></span></p>
<p>„Ciao Kathi. Bis nächste Woche“, ruft eine junge Frau in breiten lila Hosen, während sie das Tanzstudio verlässt. Die letzte Schülerin für heute. Inzwischen ist es 21.30 Uhr, doch für Kathrin Huber ist der Feierabend noch lange nicht in Sicht. Auf der Theke liegt ein 50 Zentimeter hoher Stapel. „Willst du tanzen wie die Stars auf MTV?“ steht auf den bunten Werbeflyern. „Das sind 1000 Stück. Die werde ich jetzt verteilen“, sagt die 29-jährige Jungunternehmerin und schließt ihr Studio ab. Fünf Stunden wird es dauern, bis die Briefkästen gefüllt sind.</p>
<p>3.05 Uhr: Der Wecker klingelt. Michael Beiser stellt ihn ab und schleicht ins Bad. Schließlich soll seine Freundin nicht aufwachen. 25 Minuten später springt der 28-jährige Selbständige ins Auto und beginnt mit seiner Tour. Eine Tour, die sich jeden Tag wiederholt: von Oberschopfheim nach Achern und alles was dazwischen liegt. Unter der Woche beliefert er 40 Kunden mit frischen Brötchen. Am Wochenende sind es auch mal 120. Seit August führt er den Brötchendienst, der zu seinem kleinen Einkaufsladen „RegioGenuss“ gehört.</p>
<p>Nach dem Aufwachen schaut Juana Gründler aus dem Fenster. „Oh nein&#8230; Matschwetter. Ich freue mich immer, wenn die Sonne scheint.“ Denn Matschwetter bedeutet die Hunde nach dem Spaziergang abzuduschen. Die 26-Jährige öffnet die Tür zu ihrer Hundepension. Solange die Hundehalter im Urlaub oder bei der Arbeit sind, geht sie mit den Vierbeinern Gassi. Die Hunde haben es schön warm. Die Fußbodenheizung ist angestellt. Die Hunde verstehen sich gut, also nimmt die Hundetrainerin alle vier auf einmal mit. Raus aus der Wärme und in den nassen Matsch.</p>
<p>Die drei Ortenauer sind eine Ausnahme. „Die meisten Existenzgründer sind zwischen 30 und 45 Jahren“, sagt Christina Gehri vom IHK Startercenter Südwest. Vorher steht die Selbständigkeit für viele gar nicht zur Debatte. „Unter 30 Jahren ist man meist mit der Ausbildung beschäftigt und danach will man erst Berufserfahrung sammeln.“ Kathrin Huber, Michael Beiser und Juana Gründler haben den Schritt jetzt schon gewagt und arbeiten hart, um ihren großen Traum zu verwirklichen.</p>
<h2>Tanzlehrerin Kathrin Huber: &#8220;Jetzt bin ich das Produkt&#8221;</h2>
<div id="attachment_14549" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="wp-image-14549" title="Kathrin Huber in ihrem Tanzstudio &quot;Dance Now&quot; in Oberkirch (Foto: Laura Büchele)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Kathi_klein.jpg" alt="Kathrin Huber in ihrem Tanzstudio &quot;Dance Now&quot; in Oberkirch (Foto: Laura Büchele)" width="220" height="165" /><p class="wp-caption-text">Hip Hop, Ballett, Jazz - Kathrin Huber unterrichtet verschiedene Tanzstile in ihrem Tanzstudio &quot;Dance Now&quot; in Oberkirch (Foto: Laura Büchele)</p></div>
<p>Es war eine kurze Nacht für Kathrin Huber. Bis 2.30 Uhr hat sie in Oberkirch Flyer verteilt, um neue Kunden zu gewinnen. Am Morgen steht sie wieder in ihrem Tanzstudio. Sie erinnert sich, wie alles begann. 2008 mietet die Diplom-Tanzpädagogin verschiedene Räume in der Ortenau an, um eigene Hip Hop-, Jazz-, Ballett- und Modern-Tanzstunden unter den Namen „Dance Now“ zu geben. Einige Stunden gibt sie in den Räumlichkeiten eines Fitnessstudios in Appenweier, andere in einem Vereinshaus in Ulm, weitere Stunden in einer Taekwondo-Schule in Achern. Die Nachfrage steigt. Aus 20 Schülern werden 120. Aber Kathrin Huber, die von ihren Schülern einfach Kathi genannt wird, ist frustriert. Die Leute erkennen sie nicht als Marke. „Sie dachten, ich bin Angestellte und dass die Kurse von den jeweiligen Institutionen angeboten werden.“</p>
<p>Im Februar 2011 eröffnet Kathrin Huber ihr eigenes Tanzstudio in Oberkirch. „Jetzt bin ich das Produkt“, sagt sie stolz. Über 200 Schüler zwischen drei und 50 Jahren sind inzwischen bei „Dance Now“ angemeldet. „Viele Menschen sagten mir „Bleib’ lieber klein, dann hast du ein minimiertes Risiko“, aber das ist falsch. Denn dann kann man auch nur kleine Erfolge feiern“, sagt sie mit fester Stimme.</p>
<h2>Unternehmer Michael Beiser: Ein Standbein reicht nicht aus</h2>
<div id="attachment_14556" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="wp-image-14556" title="Letzten August eröffnete Michael Beiser den Laden &quot;RegioGenuss&quot; in Sasbachwalden (Foto: Laura Büchele)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Beiser_klein.jpg" alt="Letzten August eröffnete Michael Beiser den Laden &quot;RegioGenuss&quot; in Sasbachwalden (Foto: Laura Büchele)" width="220" height="165" /><p class="wp-caption-text">Letzten August eröffnete Michael Beiser den Laden &quot;RegioGenuss&quot; in Sasbachwalden (Foto: Laura Büchele)</p></div>
<p>6.30 Uhr: Der Kofferraum ist leer. 150 Kilometer ist Michael Beiser gefahren, um alle Brötchen auszuliefern. Er nimmt in einem Café gegenüber seinem kleinen Einkaufsladen „RegioGenuss“ in Sasbachwalden Platz. „Viele regionale Erzeuger haben eine Plattform gebraucht, auf der sie ihre Produkte anbieten können“, erzählt der ehemalige Bankkaufmann. Mit drei Partnern entwickelt er 2011 zuerst einen Online-Shop. Eierlikör, Marmelade, Wein, Nudeln, Wurst &#8211; Produkte aus der gesamten Ortenau können mit wenigen Mausklicks nach Hause bestellt werden. Verkauft wird zum selben Preis wie bei den über 25 Erzeugern. Doch der Online-Shop läuft nicht gut an. Zur finanziellen Unterstützung jobbt der Altenheimer als Brötchenlieferant. Der ursprüngliche Besitzer hört auf, Michael Beiser nutzt die Chance und kauft im letzten August den Frühstücksdienst. Fast täglich fährt er die Strecke von 150 Kilometern. „Ich würde gerne einen Fahrer einstellen. Aber das geht finanziell nicht.“</p>
<p>Mit seinen Partnern eröffnet Michael im August den kleinen Einkaufsladen. „Im Moment verläuft es schleppend. Die Touristen, die gerne regionale Produkte mit nach Hause nehmen, fehlen.“ Aber Michael Beiser hat noch ein zweites Standbein. 2009 hat er „Retiso“ gegründet. Ein lokales Unternehmer-Netzwerk, ähnlich wie eine moderne Werbegemeinschaft. Die Mitgliedsunternehmen kommen aus der Region. Sie vernetzen und unterstützen sich gegenseitig. „Retiso hat im Moment 100 Mitglieder, sagt Michael Beiser. „Das Ziel sind 500.“</p>
<h2>Hundetrainerin Juana Gründler: Mutter, Studentin, Unternehmerin</h2>
<div id="attachment_14559" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="wp-image-14559" title="Juana Gründler auf dem Gelände ihrer Hundeschule &quot;Dogline&quot; in Rheinau (Foto: Laura Büchele)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Gründler_klein.jpg" alt="Juana Gründler auf dem Gelände ihrer Hundeschule &quot;Dogline&quot; in Rheinau (Foto: Laura Büchele)" width="220" height="165" /><p class="wp-caption-text">Juana Gründler mit ihren Border Collies auf dem Gelände ihrer Hundeschule &quot;Dogline&quot; in Rheinau (Foto: Laura Büchele)</p></div>
<p>Juana Gründler duscht die vier Hunde ab und rubbelt sie dann trocken. Wie erwartet sind sie beim Toben schmutzig geworden. „Als Kind fand ich Hunde grässlich. Ich habe sogar die Straßenseite gewechselt“, erzählt sie und lacht dabei. Erst als ihre Familie einen Hund aufnimmt, legt sich ihre Angst. Hunde werden zu ihrem Hobby. 2005 gibt sie erstmals Hundekurse am Abend &#8211; nach der Arbeit als Groß- und Einzelhandelskauffrau. Die Nachfrage ist groß. „Irgendwann wurde es mir zuviel. Ich musste mich entscheiden.“</p>
<p>Im Mai 2008 eröffnet sie die Hundeschule „Dogline“ in Rheinau. Nun geht sie um 7 Uhr mit den Hunden aus der Hundepension Gassi. Ab 10 Uhr stehen Einzelstunden für Hunde und Herrchen auf dem Plan. „Das Welpenalter ist die beste Zeit, um mit seinem Hund in die Hundeschule zu gehen. Zwischen der zehnten und 16. Woche prägen sie sich das meiste ein“, erklärt die Hundetrainerin. Von 15 bis 20 Uhr folgen Gruppenkurse. Danach sind die Hunde aus der Pension wieder an der Reihe. „Mein Arbeitstag endet erst um halb elf abends.“ Nebenbei studiert die zweifache Mutter in Hamburg. „Nach drei Jahren bin ich zertifizierte Hundetrainerin.“ Mit den üblichen Trainerscheinen möchte sie sich nicht zufrieden geben. „Ich möchte die erste hier in der Umgebung sein, die diese Zertifizierung hat“, sagt sie selbstsicher.</p>
<h2>Unternehmensgründer: &#8220;Die Persönlichkeit ist wichtig&#8221;</h2>
<p>„Die unternehmerischen Risiken einer Selbständigkeit werden im Vergleich zum Angestelltenverhältnis oft zu hoch bewertet“, sagt Geschäftsführer Rolf-Eckart Bandl vom TechnologiePark Offenburg (TPO). Der TPO ist eine Stiftung mit dem Ziel, Unternehmensgründungen und junge Unternehmen zu unterstützen. <div class="wpbo_group"><div class="wpbo_postlinks wpbo_box_www"><h2>Mehr im Internet</h2><ul><li>
              <a href="http://www.regiogenuss.de/" target="_blank" title="RegioGenuss" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.regiogenuss.de/?referer=');">RegioGenuss</a>:
               Online-Shop und Informationen
            </li><li>
              <a href="http://www.retiso.net/" target="_blank" title="Retiso" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.retiso.net/?referer=');">Retiso</a>:
               Das lokale Unternehmer-Netzwerk
            </li><li>
              <a href="http://www.hundeschule-dogline.de/" target="_blank" title="Hundeschule Dogline" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.hundeschule-dogline.de/?referer=');">Hundeschule Dogline</a>:
               Alles rund um die Kursangebote
            </li><li>
              <a href="http://www.tpo-offenburg.de/" target="_blank" title="Technologie Park Offenburg" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.tpo-offenburg.de/?referer=');">Technologie Park Offenburg</a>:
               Wissenswertes für Firmengründer
            </li><li>
              <a href="http://www.startercenter-suedwest.de/" target="_blank" title="IHK Startercenter" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.startercenter-suedwest.de/?referer=');">IHK Startercenter</a>:
               Informationen zur Gründung
            </li></ul><div class="clear"></div></div></div>Über 90 Prozent der Unternehmen, die im TPO angefangen habe, sind erfolgreich. „Ich kann potenziellen Gründern nur Mut machen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen“, sagt Rolf-Eckart Bandl und fügt hinzu: „Natürlich müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein.“ Es muss eine ausreichende Nachfrage zum Angebot des Geschäftsmodells existieren, das Angebot muss sich vom Wettbewerb absetzen und das Geschäftsmodell muss sich rechnen. „Eine weitere Voraussetzung liegt in der Persönlichkeit des Gründers“, erklärt der Geschäftsführer. Zielstrebigkeit, eine überdurchschnittliche Fachkompetenz und ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen sind Bedingung. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit muss er seine Firma auch einmal durch schlechte Zeiten führen.“</p>
<h2>Alle drei: Herzblut, Geld, Flexibilität</h2>
<p>Dass sich der Aufwand lohnt, sind sich die drei jungen Unternehmer einig. „Tanzen ist mein Herzblut. Es gibt keinen anderen Beruf, der mich glücklich machen könnte“, sagt Kathrin Huber. Ihr geht es um Authentizität. Darum der Mensch zu sein, der sie ist. Die Beweggründe von Michael Beiser haben einen anderen Hintergrund. „Mit 35 Jahren Millionär sein – das ist mein Ziel.“ Noch sieben Jahre bleiben ihm, um die Million zu knacken. Und Juana Gründler? Sie machte ihr Hobby zum Beruf. „Die Arbeit macht mir Spaß, ich bin flexibel und von meinem Erfolg habe ich sogar noch was. Was gibt es Schöneres?“</p>
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		<item>
		<title>„ Ich werde nicht so schnell in Vergessenheit geraten“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 16:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isabell Naarmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sport & Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[1. FC Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Lahr]]></category>
		<category><![CDATA[Ortenau]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Riether]]></category>

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		<description><![CDATA[Gekickt für Offenburg, Meister geworden in Wolfsburg, jetzt beim 1. FC Köln: Profi-Fußballer Sascha Riether verrät im Interview, was ihm Heimat bedeutet, wie er sich auf den Rückrundenstart vorbereitet und ob er in Heimat zurückkehrt.

Rheinland oder Ortenau?
(überlegt etwas) Ortenau, schließlich bin ich dort aufgewachsen.
Wissen Sie auf welchem Platz der Offenburger FV steht?
Nein, leider nicht. (lacht)
Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Gekickt für Offenburg, Meister geworden in Wolfsburg, jetzt beim 1. FC Köln: Profi-Fußballer Sascha Riether verrät im Interview, was ihm Heimat bedeutet, wie er sich auf den Rückrundenstart vorbereitet und ob er in Heimat zurückkehrt.</h3>
<div id="attachment_14486" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-14486" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/%e2%80%9e-ich-werde-nicht-so-schnell-in-vergessenheit-geraten%e2%80%9c/attachment/sascha_riether500x400/"><img class="size-full wp-image-14486" title="Sascha Riether" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Sascha_Riether500X400.jpg" alt="Sascha Riether" width="500" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Der 28-jährige Sascha Riether spielt seit Juli 2011 für den 1.FC Köln (FOTO: 1. FC Köln)</p></div>
<p><span id="more-14410"></span></p>
<p><strong>Rheinland oder Ortenau?</strong><em><br />
(überlegt etwas)</em> Ortenau, schließlich bin ich dort aufgewachsen.</p>
<p><strong>Wissen Sie auf welchem Platz der Offenburger FV steht?</strong><br />
Nein, leider nicht. <em>(lacht)</em></p>
<p><strong>Wir haben aber gelesen, dass Sie sich immer darüber informieren was ihre alten Vereine machen?</strong><br />
Mein Vater schaut grundsätzlich immer im Videotext wie der Offenburger FV gespielt hat und informiert mich. Aber in letzter Zeit war es doch recht stressig, da habe ich das nicht mehr so mitbekommen.</p>
<p><strong>Wir verraten es Ihnen: der Offenburger FV ist derzeitig auf Platz 17 der Oberliga Baden Württembergs.</strong><br />
Oh, schade.</p>
<p><strong>Was bedeutet Ihnen Ihre Heimat?</strong><br />
In Lahr ist meine Familie, dort sind meine Freunde und da fühle ich mich wohl. Köln ist jetzt schon etwas näher an Lahr, als damals Wolfsburg. Wolfsburg war immer ein bisschen weit weg. Und trotz dieser großen Distanz bin ich früher immer an den freien Tagen nach Hause gefahren.</p>
<p><strong>Spielen Sie mit dem Gedanken irgendwann wieder hier zu leben &amp; Fußball zu spielen?</strong><br />
Ja, schon. Ich wurde von den Freiburgern auch schon gefragt, ob ich mir vorstellen kann, später auch mal wieder in Freiburg zu spielen. Da hab ich gesagt ‚warum nicht’. Aber es ist so, dass ich mich jetzt erst mal auf Köln konzentriere, dort mein Bestes gebe. Was dann in ein paar Jahren ist, das wird man dann sehen.</p>
<p><strong>Sie sind seit Juli 2011 beim 1.FC Köln. Können Sie die Hymne schon auswendig?</strong><br />
Ich sag es mal so: Wegen der ganzen Spiele kennt man alle Vereins-Hymnen der Bundesliga-Clubs automatisch.</p>
<p><strong>Laut Transfermarkt sind Sie 4.000.000 EUR wert. Warum sind Sie in Wahrheit mehr wert?</strong><em><br />
(lacht)</em> Über Werte spreche ich eigentlich nicht so gerne, denn über meine Leistung und meinen Marktwert sollen andere Leute diskutieren. Ich versuche, in meinem Beruf das Beste zu geben. Das habe ich bisher in Freiburg gemacht, in Wolfsburg und das mache ich auch jetzt in Köln. Dann hoffe ich, dass alle mit mir zufrieden sind.</p>
<blockquote><p>In Wolfsburg hatte ich meine erfolgreichste Zeit.</p></blockquote>
<p><strong>Sie treffen jetzt am Wochenende mit dem FC in der Rückrunde auf  ihren alten Verein, den VfL-Wolfsburg. Wie ist das für Sie gegen ehemalige Teamkollegen zu kämpfen?</strong><br />
Das ist natürlich ein ganz besonderes Spiel für mich. Es ist immer was besonderes, an eine alte Wirkungsstätte zurückzukehren. In Wolfsburg hatte ich meine erfolgreichste Zeit. Wir sind deutscher Meister geworden und ich habe den Fans und dem Verein viel zu verdanken. Deswegen freue ich mich sehr auf ein Wiedersehen.</p>
<p><strong>Wären Sie gerne bei der diesjährigen EM dabei?</strong><br />
Wer wäre nicht gerne dabei? Das ist immer was besonderes, bei einer Europameisterschaft oder einer Weltmeisterschaft zu spielen. Ich stand ja bei einer EM schon mal auf dem Platz, aber im Moment denke ich nicht daran.</p>
<p><strong>Sie sprachen es gerade an: Für die deutsche Nationalmannschaft standen Sie beim EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan über 90 Minuten auf dem Platz – sogar im Kölner RheinEnergieStadion &#8211; wie war das Gefühl für Deutschland zu spielen?</strong><br />
Wenn du da einläufst, die deutsche Nationalhymne gespielt wird und so große Spieler in deiner Mannschaft sind, die zu den besten der Welt zählen, das ist schon eine Riesen-Sache. Das sind Spiele die du nie vergisst.</p>
<p><strong>Wie stehen die Chancen für Deutschland bei der EM in diesem Jahr?</strong><br />
Ich glaube wir sind mit Spanien Top-Favorit für den Titel. Nur Spanien kann unsere Mannschaft aufhalten.</p>
<p><strong>Wie und wo werden Sie die EM verfolgen?</strong><br />
Ich muss mal schauen, ob ich dann im Urlaub oder zu Hause bin. Vielleicht fliege ich mit meinem Berater auch zu einem Spiel in die Ukraine oder nach Polen. Das weiß ich aber jetzt noch nicht.</p>
<p><strong>Haben Sie einen Plan B, wenn es mit der Karriere nicht mehr klappt?</strong><br />
Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Ich habe jetzt erstmal einen langfristigen Vertrag beim FC. Außerdem bin ich ja auch schon 10 Jahre dabei und weiß daher ungefähr wie das Geschäft läuft. Ich habe mir außerdem in der Bundesliga auch schon einen Namen gemacht und werde nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Deswegen: Wenn man gut mit dem Geld umgeht, dann muss man sich darüber nicht so viele Gedanken machen.</p>
<p><strong>Sportliche Vorsätze für 2012?</strong><br />
Alles geben für meinen Verein, für den FC. Wir wollen eine erfolgreiche Rückrunde spielen und ich werde alles geben, dass es auch so eintrifft.</p>
<p><strong>Essen Sie noch Erdnüsse?</strong><em><br />
(lacht)</em> Das mit den Erdnüssen war ein Spaß vom Trainer.</p>
<p><strong>Im Trainingslager Anfang des Jahres ging es Ihnen ja nicht so gut. Angeblich weil Sie zu viele Erdnüsse gegessen haben sollten.</strong><br />
Leider war es für mich nicht so lustig, weil es mir richtig dreckig ging.</p>
<p><strong>Lag es also an den Erdnüssen?</strong><br />
Nein, es war ein Magen-Darm Virus. Das war nicht so angenehm.</p>
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		<title>„Ich liebe es, die Menschen zu entertainen“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 16:27:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laslo Seyda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Forum Offenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Marc Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit drei Jahren leitet Jan Marc Maier das Multiplex-Kino „Forum“ in Offenburg. Seine Arbeit brachte ihm den Preis „Kino-Champion 2011“ ein und bescherte der Kreisstadt den Besuch zahlreicher Filmstars. Dadurch steigt aber auch der Druck auf andere Kinos.
 
 

Das Multiplex-Kino „Forum“ am Offenburger Stadtbuckel wirkt etwas befremdlich. Außen viel Glas und Beton. Innen eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Seit drei Jahren leitet Jan Marc Maier das Multiplex-Kino „Forum“ in Offenburg. Seine Arbeit brachte ihm den Preis „Kino-Champion 2011“ ein und bescherte der Kreisstadt den Besuch zahlreicher Filmstars. Dadurch steigt aber auch der Druck auf andere Kinos.</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_14308" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><strong><strong><img class="size-full wp-image-14308" title="CIMG1784 Kopie" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/CIMG1784-Kopie.jpg" alt="„Forum“-Geschäftsführer Jan Marc Maier mit „Muppets“-Star Miss Piggy" width="500" height="333" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">„Forum“-Geschäftsführer Jan Marc Maier mit „Muppets“-Star Miss Piggy (Foto: Laslo Seyda)</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><span id="more-13766"></span></p>
<p>Das Multiplex-Kino „Forum“ am Offenburger Stadtbuckel wirkt etwas befremdlich. Außen viel Glas und Beton. Innen eine puristisch eingerichtete Eingangshalle: Eine Reihe Kassen. Ein Snackstand für Cola, Nachos und Popcorn. Hier und da ein paar schwarze Bänke. Was ins Auge springt, ist die gigantische Wand, auf der eine große Elektronikmarkt-Kette für 3D-Technik und digitale Projektoren wirbt. Wenige Meter weiter: Ein Geländebuggy, der, passend zu einem neuen Film, die „Offroad Experience“ eines lokalen Erlebnisveranstalters anpreist. Nichts für eingefleischte Kunst- und Programmkinofans – zu viel Werbung, zu viel Kommerz, zu wenig Charme.</p>
<p>Jan Marc Maier, Jahrgang 1973, ist seit Oktober 2008 Betreiber des „Forums“. Mit der Eröffnung des Kinos hat sich der gebürtige Heidenheimer einen langersehnten Traum erfüllt. „Ich liebe es, die Leute zu entertainen und sie aus ihrem Alltag entführen.“ Seine Passion für Filme zieht sich durch seine gesamte Biografie: Als Schüler arbeitet er nebenbei in verschiedenen Kinos, um sich das Taschengeld aufzubessern. Bei der Südwest Presse betreut er die Filmseite. Es folgen eine kaufmännische Ausbildung bei Sony Pictures und ein Marketingstudium in Würzburg. Danach übernimmt er im Cinemaxx Augsburg die Theaterleitung. Weil er sich jedoch schon bald darauf eingeschränkt fühlt, wechselt er zum Ulmer Xinedome. In dem familiengeführtem Betrieb kann er seine Kreativität ausleben.</p>
<h2>„Ich möchte zeitgemäßes Kino machen“</h2>
<p>Als ein Multiplex in Offenburg geplant wird, bewirbt sich Jan Marc Maier für den Posten des Geschäftsführers. Seine Vorliebe für das europäische Kino macht ihn zu einem ungewöhnlichen Kandidaten für diese Aufgabe. Maiers Vorteil: Er kennt die Region, ist in der Umgebung aufgewachsen und kann sich mit ihr identifizieren. Kein anonymer Geschäftsführer, sondern einen Betreiber, der dem Kino ein Gesicht gibt und die große Kinotradition mit Events und Lifestyle verbinden will. „Ich möchte zeitgemäßes Kino machen“, sagt er gerne. Kino, das sich nicht nur um das reine Filmeschauen dreht, sondern auch um das Drumherum. Freunde treffen, Cocktails trinken, das ganze Paket.</p>
<p>Die Idee ist nicht neu, aber Jan Marc Maier hat sie – im Gegensatz zu einigen Kollegen – bis ins Letzte verinnerlicht. Er weiß, dass sich die Erwartungen der Besucher in den letzten Jahren gewandelt haben. Wer weiterhin erfolgreich sein will, muss sich daran anpassen – und kräftig investieren. Auch deshalb prangt die große Werbung im Foyer des „Forums“: Die 300.000€, die für die Umstellung von analoger auf digitale Projektion aufgebracht werden mussten, waren nur mit einem Werbepartner zu stemmen. „Der Kunde verlangt heutzutage eine große Leinwand, tollen Sound&#8230; aber auch den Mehrwert.“</p>
<p>Diesen Mehrwert kann Jan Marc Maier liefern: 2010, knapp ein Jahr nach der Eröffnung des „Forums“, nimmt Maier an einer Ausschreibung von Columbia Pictures teil. Die Aufgabe: Ein Marketing-Konzept für die Komödie „Friendship“ mit Matthias Schweighöfer erstellen. Der Preis: Ein Premierenbesuch der Hauptdarsteller. Das Team des „Forums“ gewinnt den Wettbewerb und wird belohnt mit einem wahren Menschenandrang. Im Dezember 2011 kommt Publikumsliebling Schweighöfer zum zweiten Mal nach Offenburg und kündigt sogar an, auch 2012 wieder vorbeizuschauen. Maiers Konzept, mit ausgeklügelten Marketingmaßnahmen große Leinwandstars in das verhältnismäßig kleine Offenburg zu holen und so den Kinostandort zu stärken, geht auf. Erst vergangene Woche stellten Nora Tschirner und Elyas M’Barek ihren neuen Film „Offroad“ vor.</p>
<p>Aber auch über den Starrummel hinaus schafft es der Betreiber des Offenburger Multiplexes die Menschen anzuziehen: Als eines von nur 10 Kinos in Deutschland, bietet er mit den Live-Übertragungen der New Yorker Metropolitan Opera inzwischen auch Programm für ein kinophobes Publikum. In Zukunft sollen noch Konzerte wie die der Berliner Philharmonie per Satellit übertragen werden. Maier kreiert Kino 2.0. Ein Kino des Mitmachens und hautnahen Erlebens.</p>
<h2>„In Lahr würden wir in einen Konkurrenzkampf treten“</h2>
<p>Doch mit dem „Forum“ hat sich Maier nicht nur Freunde gemacht. Bereits vor der Eröffnung des Offenburger Multiplexes macht sich unter den Betreibern der umliegenden Kinos Angst breit: Bleiben uns die Zuschauer treu? Wandern sie ab? Können wir einer solchen Auswahl an Filmen und Möglichkeiten, die ein Multiplex bietet, überhaupt etwas entgegensetzen?</p>
<p>Als das „Forum“ schließlich im Oktober 2008 seinen Betrieb aufnimmt, schließt das Traditionskino „Park Lifa“. Für die Betreiber Thomas und Sandra Romanovicz, die das Filmtheater 2006 von ihrer Mutter erbten, ist die Modernisierung der Sitze und Sanitäranlagen zu teuer. Ähnlich verhält es sich beim Hans Pfitzmayer vom „Drei Könige“. Schnell hieß es, Jan Marc Meier habe die alteingesessenen Kinos in den Ruin getrieben. Wenn man ihn auf das Thema anspricht, wirkt der sonst so redselige Mann nachdenklich. „Ich möchte nicht als der Kinomogul gesehen werden, der die kleineren Betreiber vom Markt gedrängt hat. Deren Zukunft war ohnehin ungewiss, die Betriebskosten zu hoch. Meiner Meinung nach hat kein Verdrängungseffekt stattgefunden.“</p>
<div id="attachment_14345" class="wp-caption alignright" style="width: 175px"><img title="Ralf Plate baut auf die Stammkundschaft" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/P1160287-Kopie_neu.jpg" alt="Ralf Plate baut auf die Stammkundschaft" width="165" height="220" /><p class="wp-caption-text">Ralf Plate vom „Kinocenter“ Lahr baut auf die Stammkundschaft</p></div>
<p>Das wird sich in Zukunft vielleicht ändern. Derzeit steht Maier in Verhandlungen mit der Stadt Lahr, die einen neuen Kinokomplex plant nach einem Betreiber sucht. „Dort hätten wir vielleicht sogar die Möglichkeit ein besonderes Kinoprogramm zu fahren“, erklärt er. „Allerdings würden wir in Lahr definitiv in einen Konkurrenzkampf treten.“ Denn auch Ralf Plate, Betreiber des Lahrer „Kinocenters“, hat sich für die Leitung des neuen Kinos beworben. Wenn Maier tatsächlich den Zuschlag für den Bau am Urteilsplatz erhalte, sieht er keine Chance mehr: „Da kann ich nicht mithalten, in Lahr fehlt einfach der Markt für zwei Kinos.“ Bislang gab es vor Ort keine Konkurrenz, zu den Kollegen in Achern und Haslach habe man ein gutes Verhältnis. „Wir nehmen uns nicht gegenseitig die Butter vom Brot“, wie Plate es beschreibt. Und indem er das sagt, schwingt ein unausgesprochener Vorwurf an Maier mit. Zu seinem Offenburger Kollegen will er nichts sagen. „Ich kenne Herrn Maier nicht persönlich und möchte mir deswegen kein Urteil erlauben.“ Wie sich die Kinolandschaft in Lahr verändert, ist ungewiss. Die Entscheidung der Stadt fällt wahrscheinlich erst in den kommenden Monaten. „Letzten Endes entscheiden die Lahrer, ob unser Kinocenter eine Chance hat oder nicht“, so Plate.</p>
<h2>„Ich mag Ordnung und Struktur“</h2>
<p>Maiers Erfolg jedenfalls gibt seinem Konzept Recht: 400.000 Zuschauer kauften 2011 ein Ticket im „Forum“, fast 1100 Besucher am Tag. Seit 2008 waren es 1,3 Millionen. Das „Forum“ gehört damit zu den fünf erfolgreichsten Kinos in Baden-Württemberg. Für seine innovativen Ideen und Konzepte wählte der Verband der deutschen Filmverleiher Jan Marc Maier im vergangenen Jahr zum „Kino-Champion“. Der Preis, gedacht für das Lebenswerk, wurde noch nie nach so kurzer Zeit verliehen – und ging noch nie an ein Multiplex.</p>
<p>Großspurig ist Maier deshalb noch lange nicht. Vielmehr einer, der nicht so ganz ins Raster erfolgreicher Menschen passt. Als die Anzahl der Mitarbeiter auf 70 ansteigt und der Platz in den Verwaltungsräumen eng wird, vergrößert Maier kurzerhand den Aufenthaltsbereich und teilt sich sein Büro fortan mit seinem Stellvertreter. Jetzt sitzt er auf knapp sechs Quadratmetern. Viel Platz braucht er nicht. Seine einfache und organisierte Art zeigt sich auch in seinem Äußeren: Jeans, dunkler Pullover und blauweiß-kariertes Hemd. Keine Spur von Eitelkeit. Den Kontaktlinsen zieht er eine Tom-Ford-Brille vor. „Für mich ist die Brille Teil meines Outfits.“ Nicht aus modischen Gründen, sondern um die ihm sehr wichtige Seriosität zu verkörpern.</p>
<p>„Diese Ordnung und Struktur mochte ich schon immer“, sagt er und zupft sich wie zum Beweis an einem Fussel, der sich an seinem Pulli festgesetzt hat. Wenn er durch die Gänge und Flure seines Kinos schreitet, vorbei an überdimensionierten Projektoren, vor denen er fast schmächtig wirkt, scheint er jedes Detail zu kennen. 1300 Plätze, 8 Kinos, 27 Kilometer verlegte Kabel. Der 38-Jährige hat gerne die Kontrolle, denkt effektiv und nach Plänen. Von seinem Schreibtisch aus fällt sein Blick auf zwei große Zeichnungen, gezeichnet mit dicken Buntstiften. Sie zeigen Kinosäle und Vorführräume, Filmrollen und Popcornmaschinen. „Die habe ich gemalt“, sagt Jan Marc Maier und lächelt etwas beschämt. Als er das erste Mal von einem eigenen Kino geträumt hat, war er noch ein kleiner Junge.</p>
<p><div class="wpbo_group"><div class="wpbo_postlinks wpbo_box_www"><h2>Mehr im Internet</h2><ul><li>
              <a href="http://www.forumoffenburg.de/" target="_blank" title="„Forum“ Offenburg" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.forumoffenburg.de/?referer=');">„Forum“ Offenburg</a>:
               Filme, Specials und Events
            </li><li>
              <a href="http://web.kinocenter-lahr.de/" target="_blank" title="„Kinocenter“ Lahr" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/web.kinocenter-lahr.de/?referer=');">„Kinocenter“ Lahr</a>:
               Die Seite bietet neben Startterminen auch Games und Infos
            </li></ul><div class="clear"></div></div></div><br />
<em>Von Andrea König und</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>So vermüllt ist der Zwinger-Park</title>
		<link>http://brennpunkt-ortenau.de/politik-und-wirtschaft/so-vermullt-ist-der-zwinger-park/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 15:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laslo Seyda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Offenburger Zwinger soll einer der schönsten Parks Mittelbadens sein. Sein derzeitiger Zustand allerdings wird der historischen Anlage jedoch nicht gerecht. Überall liegt Müll.
Auf ihrer Homepage wirbt die Stadt Offenburg mit einer der „schönsten Parkanlagen Mittelbadens“. Eine Promenade, die mit ihren Teichen, Wasservögeln und herrlichem Baumwuchs einen „beschaulichen Rundgang um die Stadt ermöglicht“. Was sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Offenburger Zwinger soll einer der schönsten Parks Mittelbadens sein. Sein derzeitiger Zustand allerdings wird der historischen Anlage jedoch nicht gerecht. Überall liegt Müll.</h3>
<div id="attachment_14454" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14454" title="Zurzeit mehr Schandfleck als Kleinod: der Zwinger-Park in Offenburg (Fotos: Laslo Seyda)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/P1160244.jpg" alt="Zurzeit mehr Schandfleck als Kleinod: der Zwinger-Park in Offenburg (Fotos: Laslo Seyda)" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Zurzeit mehr Schandfleck als Kleinod: der Zwinger-Park in Offenburg (Foto: Laslo Seyda)</p></div>
<p><span id="more-14444"></span>Auf ihrer Homepage wirbt die Stadt Offenburg mit einer der „schönsten Parkanlagen Mittelbadens“. Eine Promenade, die mit ihren Teichen, Wasservögeln und herrlichem Baumwuchs einen „beschaulichen Rundgang um die Stadt ermöglicht“. Was sich so schön und idyllisch anhört, entspricht jedoch nicht ganz der Realität.</p>
<h3>Müll überall: ein Spaziergang durch den Zwinger-Park</h3>

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		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160224.jpg" title="Der Pavillon am Eingang der Parkanlage, der den Besuchern einen Rastplatz bieten soll, sieht nicht gerade einladend aus (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160224.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160228.jpg" title="Er ist mit zahlreichen Graffitis besprüht... (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160228.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160237.jpg" title="...und mit Abfall übersäht (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160237.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160252.jpg" title="Ebenso wie die zahlreichen Parkbänke, die entlang der Wege stehen (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160252.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160251.jpg" title="Müll, so weit das Auge reicht (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160251.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/p1160264.jpg" title="Seit geraumer Zeit wird der Zwinger-Park vernachlässigt. Auf Anfrage war bei der zuständigen Stadtverwaltung niemand zu erreichen (Foto: Laslo Seyda)" class="shutterset_set_39"  rel="lightbox[14444]">
								<img title="So vermüllt ist der Zwingerpark" alt="So vermüllt ist der Zwingerpark" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/gallery/zwinger/thumbs/thumbs_p1160264.jpg" width="100" height="75" />
							</a>
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		<title>Die Lachse sind zurück</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 15:19:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maresa Dusek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Kinzig]]></category>
		<category><![CDATA[Lachs]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor Weihnachten wurden erstmals seit 50 Jahren wieder Lachse in der Kinzig gesichtet. Die Rückkehr der Fische zeugt von einer guten Wasserqualität des Flusses. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum der Langstreckenschwimmer in die Ortenau zurückgekehrt ist.


Kurz vor Weihnachten war es soweit. Sanjin Klenner, Mitglied des Angelsportvereins Willstätt, zog einen ausgewachsenen Lachs aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Vor Weihnachten wurden erstmals seit 50 Jahren wieder Lachse in der Kinzig gesichtet. Die Rückkehr der Fische zeugt von einer guten Wasserqualität des Flusses. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum der Langstreckenschwimmer in die Ortenau zurückgekehrt ist.</p>
<p><div id="attachment_13853" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-13853" href="http://brennpunkt-ortenau.de/featured/die-lachse-sind-zuruck/attachment/lachs-2/"><img class="size-full wp-image-13853" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Lachs-2.jpg" alt="Nach mehr als einem halben Jahrhundert schwimmen endlich wieder Lachse in der Kinzig. (Foto: Stephan Stäbler)" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Nach mehr als einem halben Jahrhundert schwimmen endlich wieder Lachse in der Kinzig. (Foto: Stephan Stäbler)</p></div></h3>
<p><span id="more-13701"></span></p>
<p>Kurz vor Weihnachten war es soweit. Sanjin Klenner, Mitglied des Angelsportvereins Willstätt, zog einen ausgewachsenen Lachs aus der Kinzig. Der Fang war für den Hobbyangler ein Glücksfall. „In Willstätt wurde seit Jahren kein Lachs mehr gefangen“, erklärte der 25-Jährige gegenüber der Mittelbadischen Presse. Vor knapp 55 Jahren waren Lachse in der Kinzig keine Seltenheit. Der große Süßwasserfisch kam jedes Jahr im Winter zum Ablaichen zurück in sein Heimatgewässer. Doch mit dem zunehmenden Bau von Wasserkraftanlagen nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Lachse rapide ab. Weil die Betreiber der großen Turbinenanlagen keine Rücksicht auf den heimischen Fischbestand nahmen, bauten sie auch keine Fischtreppen in die Anlagen ein. Der Lachs konnte nicht mehr ungehindert seine Reise von der Nordsee in die Kinzig antreten und hatte das Nachsehen. Hinzu kam die starke Verschmutzung des Flusses durch fehlende Kläranlagen.</p>
<h3>Genetische Informationen neu abspeichern</h3>
<p>Seither hat sich vieles geändert. Die Kinzig hat durchgehend mindestens die Gewässergüteklasse II. „Das bedeutet, dass der Fluss nur mäßig belastet ist“, freut sich Felix Künemund, staatlicher Fischereiaufseher am Amt für Landwirtschaft in Offenburg.<span style="color: #000080;"><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Verdana;"> </span></span></span>Doch nicht nur die Sauberkeit, auch die Struktur des Flusses spielt eine große Rolle für die Fische. Und die ist in der Kinzig hervorrangend. Flache Kiesbetten, tiefere Bereiche für die großen Fische und langsam fließende Abschnitte für die Jungtiere bieten den Lachsen theoretisch alles, was sie zum Ablaichen brauchen. Theoretisch. Denn in über fünfzig Jahren haben die Fische ihr Gespür für das heimische Wasser der Kinzig verloren. Ihr natürlicher Lebensrhythmus ist unterbrochen und eine Rückkehr ohne fremde Hilfe somit ausgeschlossen, weiß auch Dr. Rolf Fuhri, Allgemeinmediziner und erster Vorsitzender des Angelsportvereins Willstätt. „Aus diesem Grund hat unser Verein junge Lachse aus dem Allier geholt und in der Kinzig ausgesetzt.“ Dass die Fische ausgerechnet aus einem Nebenfluss der Loire kommen, ist kein Zufall. „Wir mussten sicher sein, dass die Jungtiere die große Distanz von 800 Kilometern bis in die Nordsee bewältigen können“, erklärt Dr. Fuhri. Mit Exemplaren aus Schweden hätte dieses Experiment nicht funktioniert, denn die Tiere wären nicht in der Lage gewesen, so weit zu schwimmen. Es ist einfach nicht in ihrem Erbgut angelegt. Wenn die Allierlachse in den nächsten Jahren regelmäßig zurück in die Kinzig schwimmen, werden alle Informationen über ihre Heimat wieder in ihrer DNS gespeichert.</p>
<h3>Ohne menschliche Hilfe geht es nicht</h3>
<p>Einer langfristigen Wiederansiedlung der Tiere im Kinzigtal steht somit nichts im Wege. Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass den Fischen ihr Weg in die Nordsee und zurück so leicht wie möglich gemacht wird. „Die Fließgewässer müssen sowohl stromauf als auch stromab durchwanderbar sein“, weiß Felix Künemund. Das geht nur mithilfe von Auf- und Abstiegen. Diese sollten nicht nur in die großen Wasserkraftwerke eingebaut werden, sondern auch in kleiner Wehre. „Nur so kann gewährleistet werden, dass die Lachse auch bis in die kleinen Schwarzwaldflüsse gelangen“, erklärt Dr. Fuhri. Für die Zukunft wünscht der passionierte Angler sich einen stabilen Bestand der großen Wanderfische in der Kinzig. „Wenn der Mensch nicht mehr nachhelfen muss, haben wir unser Ziel erreicht.“</p>
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		<title>&#8220;Ich darf nicht krank werden&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 15:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Beckers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Das Atelier]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Pia Trunk]]></category>
		<category><![CDATA[Schutterwald]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob Unterwäsche, Oberbekleidung oder Accessoires: Der Laden von Pia Trunk ist in Schutterwald eine Institution. Ein Ortsbesuch zeigt, was das Geschäft so besonders macht

Pia Trunk geht zu einem Regal und nimmt gezielt mehrere Päckchen raus. Sie legt sie auf den Verkaufstresen und beginnt sie auszupacken. Zuerst nimmt sie einen grünen Schlafanzug, nimmt ihn aus der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ob Unterwäsche, Oberbekleidung oder Accessoires: Der Laden von Pia Trunk ist in Schutterwald eine Institution. Ein Ortsbesuch zeigt, was das Geschäft so besonders macht</h3>
<div id="attachment_14055" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14055" title="Pia Trunk" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Pia-Trunk.jpg" alt="Pia Trunk" width="500" height="300" /><p class="wp-caption-text">Pia Trunk mit Elisabeth Burkart, die einen Schlafanzug im Laden &quot;Das Atelier&quot; in Schutterwald sucht. (Foto: Kathrin Beckers)</p></div>
<p><span id="more-13891"></span></p>
<p>Pia Trunk geht zu einem Regal und nimmt gezielt mehrere Päckchen raus. Sie legt sie auf den Verkaufstresen und beginnt sie auszupacken. Zuerst nimmt sie einen grünen Schlafanzug, nimmt ihn aus der Hülle und hält Mutter und Tochter die Hose auseinandergefaltet hin. Dann nimmt sie das Oberteil und zeigt es den beiden. &#8220;Der ist schön, aber ich weiß nicht, ob er ihr gefällt&#8221;, meint die Kundin. Pia Trunk öffnet ein weiteres Paket mit einem weißen Schlafanzug und legt ihn zum Vergleich neben den anderen. Mit einem lilafarbenen Schlafanzug macht sie dasselbe. Elisabeth Burkart und ihre Mutter Helene Dukart betrachten die drei Schlafanzüge. Sie suchen ein Geschenk. Helene Dukart nimmt den lilafarbenen Schlafanzug und tastet mit den Händen den Stoff ab. &#8220;Der Stoff ist sehr angenehm auf der Haut und hält warm&#8221;, erklärt die Verkäuferin ihren Kunden.</p>
<h2>Ein Laden mit Tradition</h2>
<p>Pia Trunk führt seit 1981 &#8220;Das Atelier&#8221; in Schutterwald. Komplett übernommen hat sie den Laden vor zwei Jahren erst. &#8220;In Schutterwald gehöre ich schon zum Inventar&#8221;, erzählt sie. Als sie den Laden übernommen hat, hat sie zunächst einmal das Sortiment verändert: Von Unterwäsche bis hin zur Oberbekleidung gibt es alles für die Frau. Mehrere  Generationen kaufen bei ihr ein. &#8220;Mittlerweile kommen schon die Mütter  zu mir, die früher als Kinder schon mit ihren Müttern da waren.&#8221; Obwohl Offenburg nicht weit ist, kaufen die Leute lieber bei Pia Trunk ein. Die 56-jährige ist mit Leib und Seele Verkäuferin. Schon ihre Ausbildung zur Verkäuferin hat sie in einem Bekleidungsgeschäft gemacht.</p>
<p>Die Ladentür geht auf, ein leises Klingeln ertönt und eine zweite Kundin betritt den Laden. Pia Trunk begrüßt sie freundlich. Es ist Inge Glaser aus Schutterwald, die regelmäßig in den Laden kommt. Heute sucht sie Unterwäsche. Im hinteren Teil des Ladens steuert sie auf die Regale zu. Sie nimmt einen BH raus und setzt ihre Brille auf, um die Größe zu sehen. Pia Trunk ist noch mit Helene Dukart und den Schlafanzügen beschäftigt. &#8220;Ich kenne mich hier ja aus&#8221;, sagt Inge Glaser. Sie gehe gerne in den Laden, weil sie ganz unverbindlich und ohne schlechtes Gewissen stöbern könne, wenn sie auch mal nichts kauft. Sie hängt den BH wieder zurück ins Regal. &#8220;Außerdem finde ich es klasse, was Pia für Schutterwald tut&#8221;, meint sie weiter und geht nach vorne zum Verkaufstresen.</p>
<div id="attachment_14197" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14197" title="inge_bh" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/inge_bh.jpg" alt="inge_bh" width="500" height="300" /><p class="wp-caption-text">Inge Glaser (55) ist eines der Models bei Pia Trunks Modenschauen (Foto: Kathrin Beckers)</p></div>
<p>Neben dem Verkauf im Laden veranstaltet Pia Trunk in Schutterwald jedes Jahr zwei Modenschauen, immer vor der Saison. Die Models sind keine Profis, sondern Kundinnen. Inge Glaser ist eines davon. Die 55-Jährige hat schon einige Male teilgenommen. &#8220;Wir hatten letztes Jahr über 200 Zuschauer&#8221;; erzählt Pia Trunk. Zusammen mit einer Kosmetikerin stylt sie die Models für den Laufsteg. Außerdem veranstaltet sie in ihrem Laden regelmäßig Mode- und Stilberatungen.</p>
<h2>&#8220;Mein Sortiment wähle ich selbst aus&#8221;</h2>
<p>&#8220;Ich mag Pias Souveränität und Ausdauer mit der sie alles meistert&#8221;, erzählt Inge Glaser, während sie zu einem Ständer mit Unterhemden geht. Im letzten Jahr hatte Pia Trunk eine schlimme Wirbelsäulen-Operation und ist nach nur zehn Tagen Kur wieder voll eingestiegen. &#8220;Ich musste ja auf die Messe. Die Teile die ich verkaufen möchte, muss ich schon selbst aussuchen&#8221;, erklärt Pia Trunk, die ihren anderen Kunden Zeit gibt, sich zu entscheiden und ihrer Freundin mit den BH´s weiterhilft. &#8220;Eigentlich darf ich nicht krank werden&#8221;, meint sie weiter, &#8220;Ich bin ja alleine hier im Laden und kümmere mich um alles&#8221;. Alles bedeutet, dass sie selbst auf Messen fährt, ihr Sortiment auswählt und auch noch jeden Tag im Laden steht, nebenbei natürlich die Mode- und Stilberatung und die Modenschauen organisiert.</p>
<p>Die Verkäuferin wendet sich wieder an Helene Dukart und die Schlafanzüge. Mittlerweile liegen fünf Stück ausgepackt auf dem Tresen. &#8220;Der hier ist wieder modern, so einen gab es früher schon mal&#8221;, klärt die 56-Jährige ihre Kundin auf. Helene Dukart betrachtet ihn genauer und meint dann: &#8220;Ich glaube, den nehmen wir. Der gefällt mir gut.&#8221; Pia Trunk verpackt den Schlafanzug als Geschenk. Nachdem sie das grüne Geschenkpapier, um den Schlafanzug gewickelt hat, nimmt sie ein hellgrünes Bastband und zieht eine Schleife um das Päckchen. &#8220;Ich komme gerne hierher, weil ich individuell beraten werde und eigentlich immer etwas finde&#8221;, erzählt die 82-Jährige und nimmt dafür jedes Mal die Fahrt von Offenburg nach Schutterwald in Kauf.</p>
<div id="attachment_14200" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14200" title="Pia_Geschenk" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/Pia_Geschenk.jpg" alt="Pia_Geschenk" width="500" height="300" /><p class="wp-caption-text">Pia Trunk hat nicht viel Zeit für Freizeit. Sie organisiert alles selbst in ihrem Laden (Foto: Kathrin Beckers)</p></div>
<p>Für Freizeit bleibt Pia Trunk nicht viel Zeit. &#8220;Wenn ich mal frei habe, dann gönne ich mir ein Wellnesswochenende&#8221;, erzählt sie, &#8220;und abrocken, das machen wir auch ganz gerne, stimmts Inge&#8221;, meint sie in Richtung ihrer Freundin, die immernoch nach Unterwäsche sucht. Inge Glaser nickt. &#8220;Und laufen gehe ich gerne. Aber seit der Operation nur noch Nordic Walking, nicht mehr joggen&#8221;, erzählt Pia Trunk.</p>
<p>Helene Dukart bezahlt den eingepackten Schlafanzug. Die Verkäuferin reicht ihr die Tüte mit dem Geschenk und verabschiedet sie.&#8221;Ich bin froh, wenn ich verkaufen und beraten kann. Die Arbeit mit den Kunden macht mir am meisten Spaß&#8221;, meint Pia Trunk und geht wieder zum Ständer mit der Unterwäsche.</p>
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		<title>Der Streit geht weiter</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 14:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felicitas Rohrer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Heckmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgermeister]]></category>
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		<category><![CDATA[Offenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Martini]]></category>
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		<description><![CDATA[Offenburg will in der Innenstadt ein Shoppingcenter bauen, die Stadt und die Sparkasse stehen kurz vor einer Einigung. Viele Einzelhändler fürchten um ihre Einnahmen und protestieren.

Ein grau-weißer Betonblock am Ende der Offenburger Innenstadt. Nur in seiner Größe imposant, ansonsten ein Gebäude, wie man es in fast jeder größeren Stadt findet. Mit angrenzendem Parkhaus, die Evangelische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Offenburg will in der Innenstadt ein Shoppingcenter bauen, die Stadt und die Sparkasse stehen kurz vor einer Einigung. Viele Einzelhändler fürchten um ihre Einnahmen und protestieren.</h3>
<div id="attachment_14186" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14186" title="Noch steht das Gebäude der Sparkasse auf dem Grundstück an der Gustav-Rée-Anlage. Doch schon bald soll nach dem Wunsch der Stadt dort ein Einkaufscenter stehen (Foto: Felicitas Rohrer)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/P10702321.jpg" alt="Noch steht das Gebäude der Sparkasse auf dem Grundstück an der Gustav-Rée-Anlage. Doch schon bald soll nach dem Wunsch der Stadt dort ein Einkaufscenter stehen (Foto: Felicitas Rohrer)" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Noch steht das Gebäude der Sparkasse auf dem Grundstück an der Gustav-Rée-Anlage. Doch schon bald soll nach dem Wunsch der Stadt dort ein Einkaufscenter stehen (Foto: Felicitas Rohrer)</p></div>
<p><span id="more-14011"></span></p>
<p>Ein grau-weißer Betonblock am Ende der Offenburger Innenstadt. Nur in seiner Größe imposant, ansonsten ein Gebäude, wie man es in fast jeder größeren Stadt findet. Mit angrenzendem Parkhaus, die Evangelische Stadtkirche im Rücken, eine viel befahrene Straße vor der Nase und seitlich die Geschäfte der Innenstadt. Kaum zu glauben, dass es um dieses Areal so viel Streit gibt. Denn das Bild des friedlichen Innenstadtlebens trügt.</p>
<p>Auch an einem normalen Wochentag flanieren viele Passanten durch die nördliche Hauptstraße, genießen die Sonne und sitzen in den Cafés. Die Sparkasse im Inneren des Gebäudes ist genauso gut besucht wie die kleinen Geschäfte. Und doch plant die Stadt Offenburg auf diesem 1,3 Hektar großen Gelände ein großes Einkaufscenter. „Ein Gutachten der Stadt zeigt, dass in der Innenstadt Angebote wie Lebensmittel- und Elektrogeschäfte fehlen&#8221;, betont Offenburgs Bürgermeister Oliver Martini die Wichtigkeit des Projekts.</p>
<p>Die Pläne, das Grundstück von der Sparkasse zu kaufen, gibt es seit 1997, konkret wurden sie zehn Jahre später. Seitdem gibt es auch Proteste. Einzelhändler fürchten um ihren Umsatz und erwarten, dass ein Einkaufscenter nur zu einer Verdoppelung des Sortiments führen wird. Die Stadt hält dagegen und argumentiert mit mehr Kaufkraft. Nun steht laut Aussagen von Oliver Martini der Vertrag zwischen Stadt und der Sparkasse kurz vor dem Abschluss. Die Sparkasse will ihr Kundencenter in der Hauptstraße errichten. Eine Baugenehmigung gibt es laut Stadt allerdings nur, wenn sie das Gelände an der Gustav-Rée-Anlage verkauft. Noch in diesem Quartal soll das Gremium der Sparkasse dem Vertrag zustimmen. ,„Wir arbeiten schon sehr lange kontinuierlich daran, Offenburg als Einkaufsstadt attraktiver zu machen und vorbehaltlich  der Gremien sind sich die Stadt und die Sparkasse endlich einig.“ freut sich Martini.</p>
<h2>Freude und Kritik</h2>
<p>Wann gebaut wird, steht allerdings noch nicht fest. Es wird zunächst ein Ausschreibungsverfahren geben, daran anschließend ein etwa einjähriges sogenanntes Dialogverfahren. „Es wäre unseriös, jetzt schon einen Zeitraum zu nennen.“, gibt sich Martini zurückhaltend.</p>
<p>Anita Basler, Vorsitzende der City Partner Offenburg, einer Gemeinschaft von über 80 Einzelhändlern, kämpft gegen das Einkaufszentrum. Sie kritisiert vor allem die Größe des geplanten Shoppingcenters: „Wir haben in der Offenburger Innenstadt bereits 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, da wäre es sehr wichtig, dass durch die Galerie nicht mehr als 10.000 Quadratmeter dazu kommen.“ Oliver Martini nimmt die Kritik auf: „Wir verstehen die Bedenken des Einzelhandels.&#8221; Doch der Wunsch, die Verkaufsfläche zu begrenzen, ist seiner Meinung nach nicht realisierbar: „Wir machen keine Zahlenvorgabe. Es gibt natürlich die Begrenzung aufgrund der Grundstücksfläche, aber viel wichtiger ist, welche Geschäfte dort hin kommen.“ Seiner Ansicht nach würde eine Einkaufsgalerie die Kaufkraft nicht umlenken, sondern verstärken. Davon würden die kleineren Geschäfte profitieren. „Es gibt Kunden, die dann eher nach Offenburg gehen, wenn sie beispielsweise wissen, dass dort mehrere Textilgeschäfte auf sie warten.“</p>
<p>Dem widerspricht Anita Basler: „Die Kunden haben ja nicht mehr Geld übrig, sie verteilen es dann nur anders und darunter werden die kleinen Geschäfte leiden. Studien haben gezeigt, dass man für einen Einkauf nicht mehr als 700m Strecke zurücklegt. Die Kunden würden also im Center bleiben und gar nicht erst weiter in die Innenstadt gehen.“</p>
<h2>&#8220;Kaufkraft der Franzosen ist Totschlagargument&#8221;</h2>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> „Durch das Center können mehr französische Kunden nach Offenburg gelockt werden.&#8221;, ist sich der Bürgermeister sicher. Das sieht Basler nicht so: „Die Franzosen haben doch schon riesige Supermärkte. Sie kommen nach Offenburg wegen des Einzelhandels, der Gastronomie und des Flairs, nicht um hier dann gleich in das nächste Einkaufszentrum zu gehen.“ Die Vertreterin des Einzelhandels stellt sich ein innenstadtfreundliches Konzept anders vor. <!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> „Sollte das Center wirklich nur ein Sortiment anbieten, das es in der Innenstadt noch nicht gibt, wäre das auch für die Einzelhändler in Ordnung.&#8221; Nicht aber bei einem Bekleidungsgeschäft. „Das Modehaus Boschert hat gerade mit 2.500 Quadratmetern erweitert und auch Karstadt hat schon angekündigt, dass sie nur ein Minus von 5 Prozent vertragen können, dann geht es nicht mehr“, warnt sie.</p>
<p>Unterstützung bekommt sie von Andreas Heckmann. Der Geschäftsführer des Mara Heckmann Schuhgeschäfts findet deutliche Worte: „Eine offene Bauweise und eine natürliche Stadtentwicklung gehen in die richtige Richtung, doch es ist zu befürchten, dass es sich hier leider nur um nach außen dokumentierte Absichtserklärungen handelt.“ Er geht davon aus, dass eine Einkaufsgalerie einfach das Sortiment der Innenstadt kopieren wird. Dabei sei es doch Aufgabe der Stadt, ein individuelles Stadtbild zu schaffen. „In vielen Bereichen hat Offenburg schon jetzt eine Überversorgung und das, was uns fehlt, wie Elektroartikel und Lebensmittel alleine können die Miete in so einem Center nicht tragen.“ Auch das Argument der Kaufkraft der Franzosen hält er für ein Totschlagargument: „In Straßburg und in Baden-Baden laufen die großen Einkaufscenter nicht mehr gut und haben negative Auswirkungen auf die wirklichen Innenstadtlagen, trotzdem denken die Städte in der Grenzregion immer noch, dass man das bräuchte.“</p>
<p>Die Sparkasse äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema, mit der Begründung, dass die Gespräche noch liefen. Heckmann ist sich sowieso sicher, dass die Einzelhändler nicht kampflos aufgeben werden: „Wir werden auch die rechtlichen Hintergründe prüfen.“</p>
<div id="attachment_14191" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-14191" title="Noch sieht man die Evangelische Stadtkirche, aber wie wird das Stadtbild in Zukunft aussehen? Diese Frage treibt die Offenburger herum (Foto: Felicitas Rohrer)" src="http://brennpunkt-ortenau.de/wp-content/uploads/2012/01/P1070238.jpg" alt="Noch sieht man die Evangelische Stadtkirche, aber wie wird das Stadtbild in Zukunft aussehen? Diese Frage treibt die Offenburger herum (Foto: Felicitas Rohrer)" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Noch sieht man die Evangelische Stadtkirche, aber wie wird das Stadtbild in Zukunft aussehen? Diese Frage treibt die Offenburger herum (Foto: Felicitas Rohrer)</p></div>
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