Erdbeben
Ortenau hilft Haiti
Eine Woche nach dem Erdbeben auf Haiti läuft die internationale Hilfe an. Auch aus der Ortenau kommt Unterstützung. Manche sind sogar vor Ort – nicht nur Ärzte.
Es ist eine Katastrophe ungekannten Ausmaßes: Das schwere Erdbeben auf Haiti forderte tausende Todesopfer und machte Millionen Menschen zu Obdachlosen. Mittlerweile ist die internationale Hilfe angelaufen. Auch aus der Ortenau sind Helfer auf der Karibikinsel angekommen. Schreiner Christof M. aus Ichenheim und der Anästhesist Thomas M. aus Breitnau sind seit dem Wochenende vor Ort. Christof M. war vor drei Jahren auf Haiti, um Schulen und eine Gesundheitsstation mit aufzubauen. Nun hat ihn die Organisation Cap Anamur dort hingeschickt. Eine Sprecherin der Organisation teilt mit, dass das Team gut auf Haiti angekommen ist. „Sie sind heute in einem Gebiet nördlich von Port-au-Prince,“ sagte sie Brennpunkt Ortenau. Dort seien zwar Häuser eingestürzt, die Situation sei aber nicht so dramatisch. Deshalb hätten sich die deutschen Helfer auf dem Weg nach Port-au-Prince gemacht. Christof M. will mit seinem Team, einem Cap-Anamur-Vorstandsmitglied und zwei Ärzten, eine Nothilfe aufbauen. „Ich bin zunächst einmal für die Logistik und für alle Organisationen zuständig“, hatte er vor dem Abflug der Mittelbadischen Presse gesagt.
Arzt Thomas M. aus Breisach vor Ort
Zum Team des Deutschen Roten Kreuzes gehört der Anästhesist Thomas M. Er wird vor allem in einer mobilen Klinik arbeiten, die das Rote Kreuz aufbaut. „Normalerweise ist der Schwerpunkt die laufende Gesundheitsversorgung, weil Krankenhäuser zerstört sind,“ hatte Thomas M. der Mittelbadischen Presse vor seinem Abflug berichtet. Anscheinend sind Thomas M. und sein Team gut auf Haiti angekommen. Ein Sprecher des DRK hatte dies per SMS nach Deutschland gemeldet.
Nachrichten von der Ärztin Anke B. auf Haiti
Neuigkeiten gibt es auch von der Wolfacher Ärztin Anke B. Sie war schon zum Zeitpunkt des Bebens auf Haiti (wir berichteten). Jetzt meldete sie sich erneut bei ihren Eltern. Anke B. betreue derzeit ein Flüchtlingslager, berichteten diese. Sie kümmere sich außerdem darum, Obdachlose in Lastwagen aus Port-au-Prince zu evakuieren. In einer aktuellen Mail an den Wolfacher Verein „Pwojè Men Kontre“, den sie 2002 gegründet hatte, schreibt sie: „Haben 3 Lastwagen angemietet; die Strassen sind immer noch voll von sterbenden Schwerverletzen, es gibt nichts zu essen und zu trinken; arbeite mit in den Notkrankenhäusern und schlafe immer noch auf der Straße.“
Anke B. ruft in ihrer Mail dazu auf, Geld für die Transporte zu spenden. Spenden nimmt der Verein „Pwojè Men Kontre“ entgegen. Er betreibt auf Haiti ein Waisenhaus und eine Schule. Da die Landesverwaltung auf Haiti korrupt sei, laufe die gesamte Organisation der Gelder über den Hilfsverein, sagt der Schriftführer Manfred Maurer.
Spenden aus der Ortenau
Die Kirchengemeinden der Ortenau sammelten am Wochenende in den Gottesdiensten für die Erdbebenopfer. Die Spenden aus den Kollekten gehen alle an die Diakonie Katastrophenhilfe, die damit unter anderem einen Hilfsflug nach Haiti schickt. Ob die Kollekte höher war als sonst, konnten die Sprecher der Kirchen noch nicht beurteilen. Der Generalvikar der Erzdiöse Freiburg, Fridolin Keck, hatte alle Seelsorger der Erzdiöse aufgefordert, für die Opfer auf Haiti zu beten. Viele Ortenauer spenden außerdem über Fernsehsendungen und Aufrufe in Zeitungen.
Hier können Sie spenden
Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V., Kontonummer: 2 222 222, Sparkasse Köln Bonn, BLZ: 370 501 98, Verwendungszweck: Haiti
DRK, Kontonummer: 41 41 41, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 205 00, Stichwort: Haiti
Pwojè Men Kontre, Kontonummer: 101 480 72, Sparkasse Wolfach, BLZ 664 527 76
Eine Übersicht über weitere Spendenkonten finden Sie hier.
von Ann-Christin Meermeier, von Christin Hoffmann und
von Bettina Fluhrer




ein sehr aktueller Bericht, den ich wichtig empfinde.Es ist toll, daß es Menschen gibt die sich für andere Menschen einsetzen. Uns geht es so gut, daß wir die Ärmsten in der Welt unterstützen sollten.Danke für Ihren Hinweis auf die Spendenkonten.
Weiter so!