Winzersprecher Laible
“EU-Vorschläge sind Gefahr für Weingebiet Ortenau”
Andreas Laible jr. ist neuer Sprecher der Ortenauer Weingüter. Wie sieht der Winzer aus Durbach in die Zukunft? Brennpunkt Ortenau verrät er mehr.
Der Wein gehört zur Ortenau wie das Ei zum Huhn. Die Vorraussetzungen für Weinanbau sind günstig. Sonnenreiche Hänge, gute Böden – optimale Bedingungen für die Rebpflanzen. Der Wein ist ein wichtiges Produkt der Region. Auf rund 15.000 Hektar wird Wein angebaut. Nun herrscht jedoch schlechte Stimmung unter den Winzern. Der Grund: Streit um die Weinwerbung. Manche Genossenschaften zahlen für die badische Weinwerbung, manche nicht. Die gemeinsame Weinwerbung wird seit einem Jahr von 35 Genossenschaften und 100 Weingütern getragen. Einige Winzergenossenschaften zahlen jedoch nicht in den gemeinsamen Werbetopf. Viele befürchten schon das Aus der Badischen Wein GmbH.
Streit um Werbung führt zum Aus?
Andreas Laible jr. ist Jungwinzer in Durbach. 2007 wurde er zum besten jungen Winzer Deutschlands gekürt. Jetzt ist er Sprecher der Ortenauer Weingüter. Den Streit um die badische Weinwerbung sieht er als normale Situation. Es gebe zwei Lager und da werde sich auch noch einiges tun, sagte Laible zu Brennpunkt Ortenau. Eine Gefahr für den Wirtschaftszweig Wein sieht er darin jedoch nicht. Er hat Verständnis für Winzergenossenschaften, die nicht bei der gemeinsamen Weinwerbung mitmachen wollen. “Manche Winzer haben eben ein kleineres Budget.” Zudem machen viele Winzer regionale Werbung. Mit dem Weinparadies Ortenau entstand eine regionale Plattform für Werbung.
Es droht Gefahr für die Winzer der Ortenau
Nicht der Streit um die gemeinsame Badische Weinwerbung ist eine Gefahr für die Ortenau, meint Laible. Er sieht eine Bedrohung durch EU-Vorschläge zur Aufhebung des Anbaustopps. Einige EU-Ländern fordern die Anbaufläche von Wein zu öffnen. Demnach könnte auch auf Flachlagen Wein angebaut werden. “Dies wäre für die Weinregion Ortenau eine Bedrohung,” sagt Laible. Er sieht darin eine Gefahr für die Qualität der Weine, die dann unter schlechteren Bedingungen angebaut werden würden. Außerdem würde das die Landschaft ändern, Weinhänge verschwinden. Zudem sagt Laible, “würde der Tourismus in der Ortenau leiden”. Dieses Phänomen gäbe es bereits an den Moselhängen. Steile Hänge, die schwer zu bewirtschaften sind, würden aufgeben werden, Hänge verwildern. Das würde auch der Ortenau drohen. „Dies wäre ein großer optischer Einschnitt,“ sagt Laible. Laible hofft, dass die Forderung nach einer Öffnung der Anbaufläche sich nicht durchsetzen wird. „Immerhin wurde die Abstimmung schon zweimal verschoben,“ sagt der Jungwinzer. Denn die meisten Mitgliedsländer der EU, wie Frankreich, Spanien und Italien sind gegen die Öffnung.
Doch allen Problemen zum Trotz: Das vergangene Jahr war „ein hervorragendes Weinjahr,“ sagt Laible erfreut. „Wir hatten einen hervorragenden Wetter-Mix.“
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von Sarah Sewig



