Wirtschaftsstandort Ortenau
Neues Jahr bringt neues Hoch
Volle Schiffe, heißgelaufene Fließbänder. Viele Unternehmen in der Ortenau trotzen der Finanzkrise und verzeichnen eine Steigerung der Produktivität und Absätze.

Haben trotz derzeitiger Flaute gute Zukunfsperspektiven: Badische Stahlwerke (Foto: mat-fi/Flickr)
ORTENAU. Auch die Ortenau profitiert vom deutschen Wirtschaftsboom und festigt ihre Stellung als bedeutendster Standort für Industrie und Gewerbe am Oberrhein sowie als wichtige Dienstleistungs-, Tourismus- und Medienregion. Laut der Agentur für Arbeit konnte die Arbeitslosenquote im Raum Lahr um 0,4 Punkte auf 4,6 Prozent gesenkt werden. Noch besser waren die Arbeitslosenzahlen in Kehl und Offenburg, wo die Werte bei 3,8% bzw. 3,5% lagen. Spitzenreiter im Landkreis ist Achern mit lediglich 1,7 Prozent. Die Ortenau liegt damit sogar noch über dem baden-württembergischen Durchschnitt. Die Zahlen bestätigen den bundesweiten Trend, nach dem Ende 2011 in Deutschland mehr als 41 Millionen Menschen erwerbstätig waren – so viele wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.
Industrie: Erhöhter Güterverkehr
Zusammen mit der Beschäftigungsquote, konnten in der Ortenau auch Produktion und Umsätze an verschiedenen Wirtschaftsstandorten deutlich gesteigert werden. Der Rheinhafen Kehl erzielte im Jahr 2011 ein neues Rekordergebnis. Dank starker Zuwächse beim Umschlag von Eisen- und Stahlwaren konnte ein Güteraufkommen von knapp vier Millionen Tonnen verzeichnet und die Bestmarke aus dem Jahr 2008 noch übertroffen werden. Die Steigerung gegenüber 2010 beträgt laut einer Mitteilung der Hafenverwaltung 160 000 Tonnen oder 4,3 Prozent.
Bei den Badischen Stahlwerken in Kehl läuft es auf den ersten Blick nicht ganz so gut: Sie lassen aufgrund von Absatzproblemen ihre Öfen bis Februar stillstehen. Weil die Konjunktur derzeit nicht mehr so kräftig wachse und weniger Stahl geordert werde, werde es schwieriger, die Produktion zu steuern, berichtet BSW-Betriebsratsvorsitzender Frank Zehe. Trotzdem ist er optimistisch: „Insgesamt ist das Unternehmen gut bis sehr gut aufgestellt und hat sehr gute Zukunftsperspektiven.“
Europapark: Neue Achterbahn und Hotel geplant
Von dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung profitierte im vergangenen Jahr auch die Freizeitbranche: Der Europa-Park in Rust nimmt seine konstant sehr guten Besucherzahlen zum Anlass, um eine neue Holzachterbahn und ein neues Hotel zu bauen und die Kapazitäten auszuweiten. „Das bedeutet das höchste Investitionsvolumen in der Geschichte des traditionsreichen Familienunternehmens“, wie Pressesprecherin Denise Beil verlauten ließ.
Für Dominik Fehringer von der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau nimmt der Landkreis in Süddeutschland eine Sonderstellung ein: „Nirgendwo sonst verbindet sich eine so facettenreiche Anzahl industrieller Unternehmen mit landschaftlicher Schönheit, kulturellem Zauber und Grenznähe zu Frankreich und der Schweiz.“ Den Grund für die hohe Attraktivität der heimischen Betriebe sieht der Diplom-Verwaltungswissenschaftler in deren hohen Qualitätsstandards und klugen Firmenpolitik. „Das bodenständige, auf Vernunft basierende Wirtschaften der Ortenauer Unternehmen hat sich auch in Zeiten bewährt, in denen andere um Luft ringen.“
von Laslo Seyda


