Projekt Rheintalbahn
Offenburger freuen sich zu früh
Das Regierungspräsidium Freiburg stuft die Pläne der Deutschen Bahn zum Ausbau der Rheintalbahntrasse im Bereich Offenburg als rechtswidrig und genehmigungsunfähig ein. Eine endgültige Entscheidung ist damit aber noch längst nicht gefallen.
Großer Jubel gestern in Offenburg – das Regierungspräsidium Freiburg weist die Planungen der Bahn für den Ausbau der Rheintalbahntrasse zurück, gibt bekannt, dass das Projekt nicht genehmigungsfähig sei und gegen geltendes Recht verstoße.
Doch die Offenburger atmen zu früh auf – denn es handelt sich lediglich um eine erste Bewertung und keine Entscheidung. „Die Entscheidungsgewalt liegt beim Eisenbahn-Bundesamt. Jetzt gilt es den Standpunkt des Regierungspräsidiums zu prüfen“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn Freiburg.
Kommentar zum Projekt Rheintalbahn
Protest gegen Baupläne
Rückblick: Die Deutsche Bahn plante entlang der alten Trasse einen vierspurigen Ausbau. Die betroffenen Bevölkerung protestierte daraufhin gegen das Vorhaben: Die Initiative MUT e.V. (Mensch und Umwelt schonende DB-Trasse) sprach sich zwar für eine Modernisierung der Strecke aus, jedoch nicht auf Kosten der Streckenanwohner. Man könne sich eine Streckenführung entlang der Autobahn vorstellen und sich mit einem Tunnelkonzept für die Ortschaften arrangieren. Ein oberirdischer Ausbau mit Meter hohen Schallwänden in den Vorgärten kommt für die Bürgerinitiative jedoch nicht in Frage.
Nun sprach sich das Präsidium gegen die Pläne der Bahn aus. Für den Vorsitzenden der MUT e.V. Roland Diehl ist dieser Tag ein Sieg für den mündigen Bürger: „Das Regierungspräsidium hat endlich den Mut gehabt, die menschenverachtenden Umbaupläne der Deutschen Bahn abzulehnen.“
Das Präsidium sieht noch Chancen für die Pläne der Bahn
Der leitende Direktor des Regierungspräsidiums Dr. Tomas Dreßler dementiert: „Die Bürgerproteste hatten keinen Einfluss auf unsere Bewertung. Hier geht es lediglich um eine Entscheidung nach rechtlichen Kriterien.“ Die Untertunnelung sei ebenso keine optimale Lösung. Schließlich würden erhebliche Mehrkosten entstehen. Dreßler sagt: „Wenn die Bahn nacharbeitet, kann die Trasse in Offenburg immer noch oberirdisch realisiert werden.“
von Benjamin Seibring



