Umzug eines Bundesministers
So wohnt Wolfgang Schäuble bald in Offenburg
Stacheldraht, Überwachungskameras, Raketenabwehrschirm – dort, wo Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ab Februar 2011 lebt, vermutet man höchste Sicherheitsstandards. Fehlanzeige: Schäuble zieht in eine normale Alterswohngemeinschaft. Wir waren dort.

Der moderne Wohnkomplex auf dem Henco-Areal: Schäuble wird die vierte Etage beziehen. (Foto: Benjamin Seibring)
Handwerker kommen und gehen, die Eingangstüren in dem modernen Neubau auf dem Henco-Areal hinter dem Forum-Kino stehen offen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zieht im Februar 2011 hier ein. Noch ist viel zu tun, von der Decke hängen offene Stromkabel. Die Malerarbeiten sind auch noch nicht abgeschlossen.
Die Wohnungen sind ähnlich ausgestattet
Schäubles Mitbewohner und Rentner Christoph Schmidt ist vor Ort, seine Frau Ilse ist dabei. Sie begutachten ihre kommendes Zuhause. Die beiden beziehen eine Wohnung im zweiten Stock. Die Wohnung ist mit edlen, weißen Fliesen ausgelegt und verfügt über ein geräumiges Wohnzimmer mit angeschlossener Küchenzeile. Mehrere Balkone bieten genügend Möglichkeiten, um mal kurz frische Luft zu schnappen. „Die Wohnung von Wolfgang Schäuble im vierten Stock hat einen ähnlichen Grundriss. Sie ist nur ein wenig größer“, sagt Christoph Schmidt.
Ganz ohne Sicherheitsvorkehrungen geht es nicht
Elektriker Michael Vogt trifft ein. Er kümmert sich nicht nur um die Wohnung der Schmidts, sondern ist auch mit der Sicherheitstechnik in der Wohnung des Bundesfinanzministers betraut worden. „Die Wohnung von Wolfgang Schäuble unterscheidet sich kaum von dieser hier. Oben sind allerdings nach Vorgaben des BKA Stahltüren und Panzerglas installiert worden“, sagt Vogt. Eine Alarmanlage und eine Kamera über der Türklingel runden das Sicherheitspaket ab.
Angriff auf das Wohnhaus konnte nicht verhindert werden
Das Ehepaar Schmidt hat keine Bedenken, dass mit dem Einzug des Ministers ihre Sicherheit bedroht ist. Christoph Schmidt sagt: „Das hier wird das bewachteste Haus in Offenburg.“ Allerdings gab es bereits einen Angriff auf das Wohnhaus. Im Eingangsbereich fällt auf, dass die Briefkastenanlage völlig zerstört wurde. Zu Silvester sollen Jugendliche Böller dort platziert habe. Ilse Schmidt beunruhigt das nicht im Geringsten. Sie sagt: „Wenn der Schäuble erst hier wohnt, wird so was nicht mehr vorkommen.“
von Benjamin Seibring





